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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 15:15 Uhr

Standort Tönning : 5600 Unterschriften für Klinik-Erhalt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Fast 5600 Unterschriften für den Erhalt des Klinik-Standortes Tönning nahm Kreispräsident Heinz Maurus entgegen. Der Förderverein Tönninger Krankenhaus unterstützt das Bürgerbegehren zur Gesundheitsversorgung in NF.

Das Bürgerbegehren zur Gesundheitsversorgung in Nordfriesland bekommt Unterstützung von der Halbinsel Eiderstedt. Der Förderverein Tönninger Krankenhaus habe fast einstimmig beschlossen, sich dem Vorstoß der drei Initiatoren von Sylt und Föhr anzuschließen. Das erklärte der Vorsitzende und Tatinger Bürgermeister Hans Jacob Peters eingangs der Sitzung des nordfriesischen Kreistages. Gemeinsam mit Monika Licht überreichte er Kreispräsident Heinz Maurus fast 5600 Unterschriften zweier Petitionen zum Erhalt der Klinik Tönning sowie der 24-Stunden-Notfallversorgung für die Halbinsel in der Eiderstadt.

Der Hintergrund: An einem umfassenden Notfall-Konzept wird noch gearbeitet, während der Termin für die Schließung des Tönninger Krankenhauses aufgrund personeller Probleme auf Ende dieses Jahres vorgezogen worden ist – ein halbes Jahr eher als der Kreistag im März beschlossen hatte. Die Klinik soll dann in ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) umgewandelt werden.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens möchten unter anderem erreichen, dass der Kreistagsbeschluss aufgehoben wird und Tönning ebenfalls als Krankenhaus-Standort der Regelversorgung erhalten bleibt. Welche Kosten der gesamte Forderungskatalog des Bürgerbegehrens (www.zukunft-grundversorgung.de) verursachen könnte, ermittelt der Kreis zurzeit im Auftrag der Kommunalaufsicht des Landes. So viel steht schon heute fest: Es soll sich um hohe Millionenbeträge handeln.

„Wir hoffen, dass Sie über dieses Ergebnis nachdenken und wir Erfolg mit unseren Petitionen haben“, sagte Peters während der Einwohnerfragestunde. Und: Alle seien entsetzt, „dass die Gesundheit der Bürger dem Kreistag so wenig wert ist“. Geldnot könne nicht der Grund sein für die Klinik-Schließung in Tönning, denn in das Husumer Haus werde investiert. Eine gute Gesundheitsversorgung für Eiderstedt sei nicht nur für die Einwohner wichtig, sondern auch mit Blick auf Tourismus, Handwerk und Gewerbe.

Kritisch hinterfragte Peters zudem, ob es zutreffe, dass es für 2017 bereits kein Arbeitsangebot mehr für die Assistenzärzte in Tönning gegeben habe, den OP-Sälen dort trotz MVZ-Planungen der Abriss drohe und ob die 24-Stunden Notfall-Versorgung auch an Wochenenden wirklich gesichert sei. Antworten erhielt er in der Kreistags-Sitzung im Husumer Kreishaus nicht. Die Fragen würden schriftlich beantwortet, bedeutete Landrat Dieter Harrsen.

Bei allem Verständnis für die nachvollziehbaren Emotionen angesichts der Entwicklung am Klinik-Standort Tönning betonte Kreispräsident Heinz Maurus: „Den Vorwurf der Verantwortungslosigkeit des Kreistages muss ich aufs Entschiedenste zurückweisen.“ Niemand diskutiere im luftleeren Raum, maßgebend sei die Rechtslage. Auch dem Kreistag gehe es darum, gemeinsam mit dem Land und den Krankenkassen auch in Zukunft eine Gesundheitsversorgung in Nordfriesland auf hohem Niveau sicherzustellen. „Darum kämpfen wir“, so Maurus, „aber wir können die Rahmenbedingungen nicht einfach ausblenden.“

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erstellt am 19.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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