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Husumer Nachrichten

29. Juni 2016 | 05:50 Uhr

Unfall in Süderhöft : 34-Jähriger überlebt Fahrt in Treene

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Bergenhusener kann sich selbst aus seinem Fahrzeug befreien, die Bergung des Fahrzeugs dauert dagegen fast acht Stunden. Bei einem weiterem Unfall in Ostenfeld gibt es drei Schwerverletzte.

Ein Großeinsatz der besonderen Art beschäftigte 88 Einsatzkräfte von Polizei, DLRG, Feuerwehr, THW und Wasserbehörde am gestrigen Sonntag, 3. Januar, über satte siebeneinhalb Stunden hinweg. Auf der Kreisstraße 56 war zwischen Süderhöft und Kreisgrenze Schleswig-Flensburg war am Sonnabend, 2. Januar, ein 34-jähriger Fahrer mit seinem VW Passat von der Fahrbahn abgekommen und in die Treene gefahren. „Ich vernahm einen dumpfen Schlag – und dann sank der Wagen auch schon im Wasser“, berichtete der 34-ährige Fahrer, Gregor Lipkowski aus Bergenhusen. „Von innen ließen sich die Autotüren durch den Wasserdruck nicht mehr öffnen.“

Er öffnete geistesgegenwärtig per Elektrik das Schiebedach. Der junge Herzschrittmacher-Träger, der im Fahrzeug bereits bis zum Hals im Wasser steckte, konnte dem Tode mit äußerst knapper Not entkommen und an Land schwimmen. Das Fahrzeug lag im sechs Meter tiefen undurchsichtigen Wasser.

Der Großeinsatz begann am Sonntag um 9.45 Uhr und endete um 17.25 Uhr. Drei Taucher der DLRG Husum konnten das Fahrzeug zunächst nicht finden, aus Eckernförde wurde dann das THW mit Sonarkamera, 19-Tonnen-Bergekran und Einsatzboot angefordert. „Dass die Aktion nicht in zwei Stunden abgeschlossen ist, hatte ich mir gleich gedacht“, signalisierte Wasserschutzpolizei-Einsatzleiter Holger Cohrs.

Die Eckernförder Einsatzkräfte trafen um 13 Uhr ein, das Fahrzeug wurde um 13.30 Uhr gut 100 Meter von der Absturzstelle entfernt Richtung Süden geortet – es war mit der starken Strömung abgetrieben. „Rein zufällig entdeckt“ wurde im tiefen undurchsichtigen Wasser auch ein doppelachsiger Autoanhänger, der erst später geborgen werden kann. Tauchern gelang es zunächst nicht, Luftkissen unter dem Passat anzubringen, die Luftzufuhrschläuche froren bei Minus fünf Grad sekundenschnell ein. Per „Einsatzfahrt“ wurden von der Polizei neue Tauchergeräte und durch die Feuerwehr neue Sauerstoffflaschen aus Husum herbeigeschafft. Zudem wurden starke Scheinwerfer geholt, die das THW vor Ort installierte. Schließlich entschlossen sich die Einsatzkräfte, das Fahrzeug unter Wasser 120 Meter weit zur Brücke zu ziehen, hier hievte es der THW-Kranwagen in die Höhe. Ein Abschleppunternehmen aus Wohlde übernahm.

Ein weiterer Verkehrsunfall ereignete sich am Sonnabend auf der L 37 bei Ostenfeld: Ein junger Familienvater befuhr die Strecke zwischen Ostenfeld und dem Ortsteil Drellborg in östlicher Richtung mit Ehefrau und Kind. Aus bislang noch ungeklärter Ursache geriet der schwarze VW Polo dabei auf gerader Strecke gegen einen Baum. Nachfolgende Autofahrer stoppten sofort und griffen als Ersthelfer ein.Die zentrale Rettungsleitstelle Nord in Harrislee alarmierte schnell und Landkreis- übergreifend: zwei Notarzteinsatzfahrzeuge aus Husum und Schleswig sowie drei Rettungswagen aus Husum, Kropp und Norderstapel eilten an die Unglücksstelle.

Der ebenfalls eingeflogene Rettungshubschrauber konnte aufgrund der schlechten Witterung allerdings nicht landen. Nach umfangreicher Erstversorgung vor Ort durch die Notärzte und die Rettungsteams wurden die Schwerverletzten in Schwerpunktkliniken nach Flensburg und Heide verlegt. Die L 37 blieb eine Stunde lang voll gesperrt.

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