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Husumer Nachrichten

27. August 2016 | 11:54 Uhr

K 56 bei Süderhöft : 34-Jähriger fährt in die Treene - Einsatz dauert Stunden

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein junger Mann kommt von der Fahrbahn ab und landet im Wasser. Er kann sich gerade noch retten.

Süderhöft | Ein Großeinsatz beschäftigte 88 Einsatzkräfte von Polizei, DLRG, Feuerwehr, THW und Wasserbehörde am Sonntag über siebeneinhalb Stunden: Auf der K56 zwischen Süderhöft und Kreisgrenze Schleswig-Flensburg war ein 34-jähriger Fahrer bereits am späten Samstagabend mit seinem VW Passat Kombi von der Fahrbahn abgekommen und in die Treene gefahren.

„Ich habe einen dumpfen Schlag vernommen – und dann sank der Wagen auch schon sehr schnell im dunklen Wasser“, berichtete der Mann aus Bergenhusen. „Von innen ließen sich die Autotüten durch den Wasserdruck nicht mehr öffnen.“ Der Fahrer öffnete geistesgegenwärtig per Elektrik das Schiebedach. Der junge Mann, der im Fahrzeug bereits bis zum Hals im Wasser steckte, schaffte es, an Land zu schwimmen. Warum der Fahrer von der Straße abkam, ist noch nicht klar.

Das Fahrzeug lag im sechs Meter tiefen, trüben Wasser. Der Großeinsatz begann am Sonntag um 9.45 und endete erst um 17.25 Uhr. Drei Taucher der DLRG Husum konnten das Fahrzeug zunächst nicht finden; aus Eckernförde wurde das THW mit Sonarkamera, 19-Tonnen-Bergekran und einem 80.000 Euro teuren Einsatzboot angefordert.

„Dass die Aktion nicht in zwei Stunden abgeschlossen ist, hatte ich mir gleich gedacht“, so Wasserschutzpolizei-Einsatzleiter Holger Cohrs. „Bei gefühlten Temperaturen um die minus 20 Grad müssen sich die Helfer alle paar Minuten mal aufwärmen – sonst kippen die uns noch um.“

Die Eckernförder Einsatzkräfte trafen um 13 Uhr ein, das Fahrzeug wurde um 13.30 Uhr gut 100 Meter von der Absturzstelle entfernt Richtung Süden geortet; es war mit der starken Strömung abgetrieben. „Rein zufällig entdeckt“ wurde im tiefen Wasser auch ein doppelachsiger Autoanhänger, der erst später geborgen werden kann.

Den Tauchern gelang es zunächst nicht, Luftkissen unter dem VW Passat anzubringen, die Luftzufuhrschläuche froren bei minus 5 Grad und äußerst eisigem Wind sekundenschnell ein. Per „Einsatzfahrt“ wurden durch die Polizei  neue Tauchergeräte aus Husum und durch die Feuerwehr neue Sauerstoffflaschen aus Husum herbeigeschafft.

Aus Husum wurden starke Scheinwerfer geholt, die das THW vor Ort installierte. Schließlich entschlossen sich die Einsatzkräfte, das Fahrzeug unter Wasser 120 Meter weit zur Nato-Brücke zu ziehen. Hier hievte es der THW-Kranwagen in die Höhe, ein Abschleppunternehmen aus Wohlde übernahm.

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erstellt am 03.Jan.2016 | 19:31 Uhr

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