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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 04:51 Uhr

25 Meter hoher Turm : 33-Tonnen-Monster für die Meierei

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der 25 Meter hohe Edelstahl-Eindampfer für den Meierei-Neubau ist in Viöl angekommen. Mit einem Spezialtransporter wurde das 33 Tonnen schwere Teil angeliefert.

Das größte Bauprojekt in Viöl wächst rasant in die Höhe. Im neuen Gewerbegebiet, westlich der B  200, entsteht der Neubau der Meiereigenossenschaft Viöl eG. Dort werden bis zum Sommer des nächsten Jahres rund 18,5 Millionen Euro verbaut sein, denn dann soll, wenn alles weiter nach Plan verläuft, der Probebetrieb aufgenommen werden, wie Projektleiter Ralph Krüger mitteilt. Er ist drei Tage die Woche in einem Container auf der Baustelle anzutreffen ist.

Gestern wurde ein wesentlicher Bestandteil der neuen Meierei angeliefert. Mit einem Spezialtransporter kam der neue Eindampfer. Er ist 25 Meter lang und wiegt rund 33 Tonnen. Mit einem Spezialkran wurde er dann in die Senkrechte gebracht, langsam angehoben und in das Gebäude gehievt. Der aus Edelstahl gefertigte Turm überragt die Eindampfer am alten Standort der Meierei, mitten im Dorf, um genau zehn Meter.

Der Neubau wird bereits verputzt und die Außenanlagen fertiggestellt. Teilweise wuseln bis zu 70 Handwerker auf der Baustelle herum. Bis zu 25 Firmen sind damit beschäftigt, die neue Meierei zu bauen. Viele Gewerke werden von Betrieben aus dem Nahbereich erstellt – allerdings wird der Großteil der komplizierten Meiereitechnik wird von Unternehmen von außerhalb der Region aufgebaut, sagt Krüger. Er ist zuversichtlich, dass alles bis zum Probebetrieb fertig sein wird. „In manchen Bereichen sind wir weiter als vorgesehen, in manchen hängen wir ein wenig hinterher, doch im Großen und Ganzen passt es“, sagt Krüger.

Im März hat der Neubau der Meiereigenossenschaft Viöl auf der rund drei Hektar großen Fläche direkt neben dem neuen Gewerbegebiet begonnen. Zwei Hektar werden für den Betrieb genutzt, ein Hektar bleibt als Reserve. Rund 18,5 Millionen Euro wird die fertige Produktionsanlage auf der grünen Wiese kosten . Von dem in der Region verwurzelten Betrieb, der seit 1956 mitten im Ort produziert, hängen rund 150 Landwirtsfamilien ab, denn so viele Lieferanten hat das Unternehmen. Hinzu kommen noch 15 Mitarbeiter, darunter zwei Teilzeitkräfte. Anders als viele andere Meiereien, deren Milchlaster Subunternehmen gehören, hat Viöl drei eigene Fahrzeuge, zudem sind die Fahrer fest angestellt.

Sechs Jahre lang hat die Genossenschaft über einen Neubau nachgedacht, dann ging es im März dieses Jahres los – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn der Milchpreis war auf knapp über 20 Cent je Liter gefallen. Dennoch bezeichnete Geschäftsführer Ulrich Lembke die Entscheidung als richtig. „Wir müssen uns für die Zukunft rüsten“, sagte er. Und in seiner Prognose anlässlich der Grundsteinlegung sah er eine Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau und sagte zudem voraus, dass auch im Jahr 2017 die Auszahlung noch nicht die Produktionskosten der Landwirte decken werde.

Wenn der eigentliche Hochbau abgeschlossen ist, beginnen die Arbeiten, die von außen kaum noch zu sehen sein werden. Die Technik wird installiert, dazu gehören etliche Kilometer Rohrleitungen. Und die Produktion soll im Juni anlaufen, dann allerdings bis Ende des Jahres als Probebetrieb, ehe die Tore der alten Meierei im Dorf geschlossen werden. Dort verbleiben nur noch die Lkw-Garagen und das Archiv. Doch langfristig sollen die Unterstellmöglichkeiten und das Archiv auch an den neuen Standort ziehen. Mit dem Umzug verdoppelt die Meiereigenossenschaft Viöl ihre Kapazität. Dann können 200 Millionen Kilogramm Milch im Jahr verarbeitet werden. Die moderne Technik ermöglicht einen Tagesumsatz von bis zu 600  000 Kilogramm. Das Produktspektrum ist auf Rahm und Magermilch-Konzentrat ausgerichtet. Bei der Erschließung neuer Märkte und einer veränderten Nachfrage könnte aber relativ schnell auf andere Produkte umgestellt werden. Zudem soll im Neubau wesentlich Energie eingespart werden. In einer Meierei fällt bei der Verarbeitung viel Wärme an. Bis zu 30 Prozent Einsparung, sprich erneute Nutzung, werden dank der neuen Technik künftig möglich sein.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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