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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 20:53 Uhr

Probebetrieb in einem Jahr : 18,5-Millionen-Bauprojekt schreitet voran

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Neubau der Viöler Meiereigenossenschaft liegt voll im Zeitplan. Er kostet rund 18,5 Millionen Euro. In einem Jahr soll der Probebetrieb in der Anlage starten.

Am westlichen Rand des neuen Gewerbegebiets in Viöl ist langsam zu sehen, wo im Juli nächsten Jahres dann 18,5 Millionen Euro verbaut sein werden. Die größte Investition in der Gemeinde, der Neubau der Meiereigenossenschaft Viöl eG., entsteht dort, wo noch vor einem Jahr friedlich Kühe gegrast haben. „Mit dem Baufortschritt sind wir sehr zufrieden, es gab bisher keinerlei Verzögerungen, wir liegen absolut im Zeitrahmen“, sagt dazu Geschäftsführer Ulrich Lembcke. „Bereits im Oktober“, so sagt er weiter, „soll der eigentliche Bau stehen.“ Doch damit ist längst noch nicht Schluss, noch gut ein Dreivierteljahr wird es dauern, ehe wie geplant im Juli 2017 der Probebetrieb aufgenommen werden kann.

Gegenwärtig sieht es für die Mitglieder der Genossenschaft nicht sonderlich rosig aus, der Milchpreis liegt im Keller und manche Landwirte sind am Überlegen, aufzuhören. Lembcke unterstreicht, dass die Auszahlungspreise der Viöler Meierei an die Mitglieder weit davon entfernt seien, für sie kostendeckend zu sein. Aber, die Entscheidung, eine neue Meierei zu bauen, sei dennoch nicht falsch. „Wir haben ja sechs Jahre geplant und überlegt, ehe der Neubau beschlossen wurde. Und auch jetzt habe ich bislang dazu noch keine negativen Äußerungen gehört. Wir rüsten uns für die Zukunft“, sagt der Geschäftsführer. Eine Entspannung beim Milchpreis sieht er noch nicht, wohl aber eine leichte Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau. „Ich denke, dass auch im nächsten Jahr die Auszahlung noch nicht die Produktionskosten der Landwirte decken wird.“

Wenn im Oktober der Bau abgeschlossen sein wird, dann beginnen die Arbeiten, die von außen kaum noch registriert werden, da die Technik installiert wird. Eine Ausnahme wird es aber geben, vermutlich im Oktober wird auch der neue Verdampfer aufgebaut. Der Turm hat eine Höhe von nahezu 30 Metern, der gegenwärtige nur von 15.

Mit dem Umzug an den neuen Standort verdoppelt das Unternehmen seine Kapazität. Dann können 200 Millionen Kilogramm Milch im Jahr verarbeitet werden. Die moderne Technik ermöglicht die Verarbeitung von bis zu 600.000 Kilogramm am Tag. Das Produktspektrum ist auf Rahm und Magermilch-Konzentrat ausgerichtet. Bei der Erschließung neuer Märkte und einer veränderten Nachfrage, könnte aber wegen der Installation der neuen Technik relativ schnell auf andere Produkte umgestellt werden, sagt Lembcke.

Der Probebetrieb ab Juli 2017, so zumindest der Zeitplan der nach Einschätzung von Lembcke wohl auch eingehalten werden kann, endet dann gegen Ende des Jahres. Erst dann werde die alte Meierei mitten im Ort geschlossen. Deren Lage sei nur suboptimal. Zum einen könne der Betrieb nur eine eingeschränkte Produktpalette liefern, da eine Erweiterung wegen der räumlichen Enge kaum machbar sei. Zudem müssten die schweren Lkw immer die Hauptstraße des Dorfes entlangfahren. Weiter gibt es auf dem Betriebsgelände keine eigene Waage, so dass die mit dem in Viöl produzierten Magermilch-Konzentrat gefüllten Lkw außerhalb des Dorfes die Waage eines landwirtschaftlichen Lieferanten, gegenüber der Biogasanlage, nutzen müssen.

Mitglieder der Meiereigenossenschaft Viöl sind gut 150 Landwirte. Seit 1956 wird in Viöl produziert. Unter anderem unterstützt das Land den Neubau mit 750.000 Euro. Bei der Überreichung des Zuwendungsbescheides im Frühjahr des Jahres, unterstrich Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, dass er den Mut der Genossenschaft, sich in diesen schwierigen Milchmarkt-Zeiten komplett neu aufzustellen, bewundere. Lembcke stellte dazu fest, dass seiner Überzeugung nach die Schwäche auf dem Milchmarkt in wenigen Jahren überwunden sein werde, denn global gebe es trotz der gegenwärtigen schwierigen Lage für die deutschen Milchbauern dennoch einen jährlichen Nachfragezuwachs von rund zwei Prozent. Bereits im Jahr 2020 rechne er daher damit, dass die Nachfrage nicht mehr befriedigt werden könne.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 15:00 Uhr

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