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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 15:39 Uhr

Nordfrieslands BUND-Gruppe mit Jahresbilanz : 1722 Kröten an der Kreisstraße 53 gerettet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dank der Krötenzäune, die Umweltschützer zum dritten Mal entlang der Kreisstraße 53 gezogen haben, konnten im vergangenen Jahr 1722 Amphibien gerettet werden.

Wärmeres Wetter lockt Kröten aus ihren Winterquartieren – dann sind sie ganz auf Liebe eingestellt. Für viele Tiere endet der Hochzeitszug zum Laichgewässer allerdings mit dem Unfalltod auf der Straße. Tierfreunde stellen daher Krötenzäune an den Straßen auf. So auch die Mitglieder der Schwabstedter Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Entlang der Kreisstraße 53 zwischen Wittbek und Ipernstedt zogen sie bereits zum dritten Mal Krötenzäune: Zehn Betreuer kontrollierten diese abends und morgens bei 82 Kontrollgängen und retteten 1722 Amphibien.

Diese Bilanz trug Steve Gröne bei der Jahresversammlung der BUND-Kreisgruppe vor, für die die Ortsgruppe als Gastgeberin fungierte. Insgesamt wurden so bei der aufwendigen Kröten-Aktion rund 500 Einsatzstunden geleistet – ein gelungenes Beispiel praktischen Naturschutzes. Aber es gibt Probleme: „Wir hatten jetzt ein Treffen mit Mitarbeitern von Amphi-Consult“, berichtete Steve Gröne. Das Unternehmen widmet sich seit 1992 erfolgreich dem Amphibienschutz und der Gestaltung und Pflege ihrer Lebensräume. Die Region bei Wittbek sei reich an Kröten, die über die Kreisstraße in die Klärteiche der Gemeinde wandern, so Gröne. Allerdings habe die Gemeinde Wittbek die Abwasserbeseitigung an den Wasserverband in Osterwittbekfeld abgegeben, wobei Hauskläranlagen aufgegeben wurden. Die Abwässer und das Schmutzwasser der Gemeinde würden von Herbst an ungeklärt in die Klärteiche geleitet, berichtete der BUND-Vertreter. Die Kröten laichten bislang im ersten Klärteich, künftig sei aber nur noch der dritte Klärteich geeignet.

Handlungsbedarf sehen deshalb auch Franz Brambrink und Martin Matzdorf von der Kreisverwaltung, die mit Amphi-Consult zusammenarbeitet. Mittelfristig müssten Ersatzgewässer angelegt werden, wobei das Management beim BUND verbleibe. Ulrike Meyer teilte ergänzend mit: „Vom Wasserverband haben wir die Zusage, dass wir die Kröten im nächsten Frühjahr noch einmal in den dritten Klärteich setzen dürfen.“ Gröne: „Wenn sie nicht bereits auf den angrenzenden Äckern untergepflügt wurden, müssen die Kröten die Kreisstraße überqueren.“ Broder Pörksen schlug vor, einen neuen Teich vor den bestehenden drei Teichen anzulegen. Steve Gröne sagte dazu: „Ich glaube, dass wir damit beim Wasserverband nichts werden. Das Beste wäre sogar, den ersten Teich einzuzäunen.“

Die Jahrestagung des BUND Nordfriesland hatte bereits am frühen Nachmittag begonnen und war erst am Abend beendet. Zum Auftakt hatte es unter Führung von Julia Jacobsen von der „Integrierten Station Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge“ mit Sitz in Bergenhusen einen Rundgang durch das „Seether Ostermoor“ gegeben. Kommentar von Kreisvorstandsmitglied Steve Gröne: „Wenn Naturschützer in die Natur gehen, dann kommen sie da so schnell nicht wieder raus.“ Getagt wurde anschließend im Schwabstedter Treenehaus. Nordfrieslands Kreisvorsitzender Carl-Heinz Christiansen wies in seinem Rechenschaftsbericht unter anderem darauf hin, dass die Zahl der Mitglieder und Förderer gegenüber dem Vorjahr geringfügig gesunken ist – von 618 auf 614.

Wahlen gab es im Kreisvorstand: Wiedergewählt wurde der erste Vorsitzende Carl-Heinz Christiansen, der seit 1990 im Spitzenamt arbeitet. Die weiteren Ergebnisse: Kassenführer Wolfgang Kessler, Schriftführerin Rosi Jebens, Beisitzer Telse Ronneburger, Lars Wittmann und Heidi Vollmer. In der Ortsgruppe Husum wechselt die Leitung: Telse Ronneburger – seit 2000 erste Vorsitzende – übernimmt das Amt der Kassenwartin; neuer „Erster“ ist jetzt Lars Wittmann, zweite Vorsitzende Susanne Wiese. Mit Dank wurde Kassenwart Geert Leimich (seit 2000) in Abwesenheit aus dem Amt verabschiedet.

Die Schwabstedter Ortsgruppe begeht am 5. Juni ihr zehnjähriges Bestehen. Aus der Ortsgruppe Husum berichtete Telse Ronneburger: „Unsere Hauptarbeit liegt im BUND-Garten“, der Besuchergruppen aus ganz Schleswig-Holstein anziehe.

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