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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 01:11 Uhr

Fohlenauktion : 16.000 Euro für eine kleine Stute aus Viöl

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Insgesamt wechselten in Behrendorf 43 junge Pferde für 316.000 Euro die Besitzer – auch nach Übersee wurden Tiere verkauft.

Viele ambitionierte Reiter und fachkundige Pferdefreunde aus der ganzen Welt waren am Sonnabend zur Fohlenauktion des Holsteiner Verbandes nach Behrendorf gekommen, um mit etwas Glück eines der besten Fohlen aus den Körbezirken Nordfriesland und Schleswig-Flensburg zu ersteigern. Nachdem alle zum Verkauf stehenden Tiere – 20 junge Stuten und 23 Hengstfohlen – dem Publikum auf dem Außengelände noch einmal im Detail vorgestellt worden waren, ging es zur eigentlichen Auktion in die voll besetzte Reithalle.

Gleich nach der feierlichen Eröffnungsfanfare heizte Auktionator Günther Friemel die Kauflaune der Bieter mit dem Hinweis an, dass ein 2007 in Behrendorf verkauftes Auktionsfohlen gerade für die Olympischen Spiele in Rio nominiert gewesen ist. Damit ist der erst neunjährige Schimmelhengst Cera Cassiago von Hans Karsten Ingwersen aus Haselund bereits auf bestem Wege, im Pferdesport Geschichte zu schreiben. Friemels Aufforderung, bei echtem Kaufinteresse sichtbar „die Hände zum Himmel“ zu strecken, kamen die Käufer in den folgenden drei Stunden gerne nach. Manchmal schnell und konsequent, manchmal eher zögerlich. Am Ende wurden aber alle 43 Fohlen, deren Startgebot grundsätzlich bei 3000 Euro lag, zu einem zumeist angemessenen Preis verkauft. Wobei nicht alle Bieter während der Auktion persönlich vor Ort waren – manche gaben ihre Gebote auch telefonisch ab.

Den größten Erfolg feierte an diesem Tag die Viöler Züchtergemeinschaft Hans Diederich und Reimer Wree: Ihr am 29. März geborenes Stutfohlen von Chin-Champ – Landgraf I erzielte bei der Auktion den besten Preis. Für den Laien mag das eine Überraschung gewesen sein, denn die kleine Stute zeigte sich während der Präsentation recht eigenwillig und folgte nicht ganz so konsequent ihrer Mutter wie die meisten anderen Auktionsfohlen. Dennoch folgte sehr schnell Gebot auf Gebot. Zweimal ertönte kurz hintereinander die Fanfare – bei 10.000 und bei 15.000 Euro. Der Hammer fiel schließlich beim Tageshöchstgebot von 16.000 Euro. Der Vater Chin Champ ist in der Region übrigens kein Unbekannter, unter anderem wurde er von Beeke Carstensen aus Sollwitt in der Altersklasse Children auf nationalen und internationalen Turnieren erfolgreich geritten.

Ebenfalls zwei Mal die Fanfare hören durfte Züchter Dr. Tim Sievers aus Witzwort. Er erzielte mit seinem am 10. April geborenen Stutfohlen von Cascadello I – Contender 15.000 Euro. Auch hier ist der Grund für den Erfolg in der Ahnentafel zu finden: Zum einen gilt Cascadello I selbst als hervorragendes Springpferd, zum anderen tritt er auch in puncto Zuchterfolge in die Hufstapfen seines berühmten Vaters Casall. Die Nachkommen sind entsprechend begehrt.

Aus dem nordfriesischen Körbezirk knackten noch drei weitere Fohlen die 10.000-Euro-Marke: Sandro Boy – Cassini I von Dr. Angela Puetz aus Immenstedt, Kannan – Canto von der Züchtergemeinschaft Wieck/Schwander aus Witzwort und Colman – Cayado von der Lecker Lass KG.
Im Durchschnitt lagen die Preise für die Fohlen am Ende bei knapp 7350 Euro. Für alle Tiere zusammen betrug die an diesem Tag erzielte Versteigerungssumme 316.000 Euro. 16 Fohlen wurden nach Australien, Belgien, Norwegen, Schweden, Ungarn, in die Schweiz und in die USA verkauft, 27 bleiben in deutscher Hand.

Nicht unerwähnt bleiben sollten die zahlreichen Helfer, die ohne Frage ihren Anteil am Gelingen der Auktion hatten. Allen voran die jungen Leute, die zum einen die Bieter im Auge behielten und dem Auktionator sofort signalisierten, sobald in ihrem Umkreis jemand die Hand hob. Zum anderen begleiteten sie die vorgestellten Fohlen und ihre Mütter Runde um Runde im Laufschritt durch die Halle – ein schweißtreibender Job bei der Hitze.

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