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Pläne für die Neue Freiheit : 150.000 Euro für zwei nicht gebaute Häuser

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Stadt Husum hofft auf Erstattung der Planungskosten für Flüchtlingsunterkünfte.

Warum musste die Stadt 150.000 Euro für die Planung von Flüchtlingshäusern nach dem Kieler Modell auf der Neuen Freiheit berappen, deren Modul-Bauweise doch schon vorher festgelegt worden sei und die am Ende – wegen des Rückgangs der Flüchtlingszahlen – doch nie errichtet wurden? Das interessierte die Mitglieder des Finanz- und Wirtschaftsausschusses, die von der Verwaltung über den Stand des Haushaltsvollzugs 2016 informiert wurden, doch sehr.

Für Bauamtsleiter Jörg Schlindwein bewegte sich die Summe im normalen Rahmen: „Die Baukosten für beide Wohnblöcke hätten 3,5 Millionen Euro betragen, und üblicherweise fallen sogar zehn Prozent an Vorlauf-Finanzierung an.“ Die 150.000 Euro seien für Vermessung und Planung ausgegeben worden. „Denn auch bei derartigen Häusern von der Stange muss sich doch ein Architekt des konkreten Baus annehmen.“ Immerhin seien die Vorarbeiten so weit vorangetrieben worden, dass die Erichtung sofort hätte beginnen können, falls es nötig gewesen wäre.

Dem mochte SPD-Fraktionschef Horst Bauer nun so gar nicht folgen. „Das sind die Brutto-Arbeitgeberkosten eines Jahres für einen Ingenieur in Vollzeitstelle, einschließlich der Sach- und Nebenkosten“, rechnete er vor und verlangte zur Prüfung eine genaue Auflistung aller Einzelposten.

Einen kleinen Hoffnungschimmer konnte Kämmerer Dirk Pohlmann verbreiten. „Die Landesregierung hat ein Programm zur Refinanzierung von Kosten aufgelegt, die durch Ausgaben in fälschlicher Erwartung hoher Asylbewerberzahlen angefallen sind“, sagte er. Die Stadt werde einen Antrag stellen, um die Planungskosten für die Wohnblöcke auf der Neuen Freiheit erstattet zu bekommen. „Allerdings“, so musste der Kämmerer einräumen, „wissen wir derzeit nicht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass hier tatsächlich Geld an uns zurück fließt.“ Einen Versuch sei es aber immerhin wert.

Und was ist mit dem Gelände der Neuen Freiheit selbst, seitdem die beiden Kieler Modellhäuser vom Tisch sind? „Für diesen Bereich ist derzeit von unserer Seite gar nichts geplant“, sagt Schlindwein. Sprich: Die Fläche steht auch in näherer Zukunft weiterhin als großer Parkplatz zur Verfügung, wie er auch gebraucht wird, um den Bedarf der Mitarbeiter und Besucher von Krankenhaus, Kreishaus und anderen in der Nähe angesiedelten Institutionen abzufangen. Ganz so, wie es sich CDU und SPD vor der Planung der Flüchtlingshäuser gewünscht hatten.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 15:30 Uhr

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