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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 11:52 Uhr

Quartiersplanung in Mildstedt : 100.000 Euro für Jung und Alt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Deutsche Hilfswerk unterstützt ein Quartiersprojekt von Gemeinde und Arbeiterwohlfahrt in Mildstedt. Eine Managerin soll ab Sommer Projekte für Jung und Alt zusammenbringen.

Viel Vorarbeit wurde bisher geleistet, die größte Hürde ist nun genommen. Anlässlich einer Zusammenkunft im Lambertushaus sagte Hans-Peter Henkens, Ortsvereinsvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt: „Der Bewilligungsbescheid über 104.000 Euro ist eingetroffen, das bringt uns ordentlich voran. Damit können wir nun die Stelle einer Quartiersmanagerin zum 1. Juli einrichten.“ Der aus Kiel angereiste Leiter des Unternehmensbereiches Pflege der Awo Schleswig-Holstein, Uwe Braun, machte deutlich: „Den Anstoß für dieses Quartiersprojekt haben wir bereits im Vorjahr gegeben.“

Drei Bürgerdialoge unter reger Beteiligung haben stattgefunden. Zudem gab es eine große Haushaltsbefragung, um den Bedarf und den Nutzen zu ermitteln. Daneben wurden Fördermittel gesucht. 104.000 Euro wurden vom Deutschen Hilfswerk zur Verfügung gestellt. Diese Stiftung verteilt Gelder aus der Fernsehlotterie. Ergänzend dazu bringt die Awo einen Eigenanteil von 26.000 Euro auf. Das Geld dient im Wesentlichen zur Finanzierung einer Quartiersmanagerin über einen Zeitraum von drei Jahren.

Braun berichtete, über das erste Quartiersprojekt in Lauenburg. Auch dafür gab es 104.000 Euro, die Quartiersmanagerin Claudia Löding hat dort ihre Arbeit im Oktober 2015 aufgenommen. Braun: „Wir haben weitere Projekte in Vorbereitung.“ Koordinatorin Gesa Wulf aus Kiel, die schon mehrfach in Mildstedt war, wies unter anderem darauf hin: „Der nächste vom Bürgernetzwerk gestaltete Bürgerdialog findet am Donnerstag, 16. Juni, ab 17 Uhr in der Mensa der Gemeinschaftsschule statt. Das Quartiersprojekt sieht vor, lokale Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen und eine Nachbarschaftshilfe aufzubauen. Es soll ein Ort der Begegnung in der Alten Schule geschaffen werden. Zur Herrichtung der Räume werden Freiwillige gesucht, die sich unter Telefon 04841/71125 melden können.

Hans-Peter Henkens könnte sich dort sogenannte Runde Tische und das In-Kontakt-Treten mit Bürgern vorstellen und betonte: „Wir setzen mit diesem Projekt ein Signal für die Fortentwicklung unserer Gemeinde. Derartige gesellschaftliche Veränderungen, wie sie im Moment stattfinden, verlangen die Zusammenarbeit aller.“ Bürgermeister Bernd Heiber: „Wir befürworten und unterstützen das Projekt – und hoffen auf die Unterstützung aller Fraktionen.“

Quartier kann im Rahmen dieses Projektes kurzgefasst so umschrieben werden: Ein Quartier ist das Wohnumfeld von Menschen – beispielsweise der Stadtteil, das Dorf oder ein bestimmtes Gebiet, zu dem sich dort lebende Menschen zugehörig fühlen und in dem sie in ihrem Alltag leben. Ein Quartier kann – im Gegensatz zu den durch von kommunaler Verwaltung gezogenen Grenzen – anders festgelegt und begrenzt sein. Hintergrund der Quartiersentwicklung ist die Tatsache, dass aufgrund des demografischen Wandels zunehmend mehr Menschen einen Pflege- und Hilfsbedarf haben und auf der anderen Seite immer weniger Ältere Unterstützung durch die Familie bekommen. „Schlüssel“ bei der Erschließung neuer Potenziale sind die Vernetzung mit anderen Akteuren und die Einbindung ehrenamtlicher Helfer.

Projektquartier-Kooperationspartner in Mildstedt sind Kommune, TSV, Schule, Kitas, Jugendtreff, HGV, Alzheimer-Gesellschaft, Pflegestützpunkt Nordfriesland, Ambulanter Hospizdienst Husum, SoVD und Kirchengemeinde.

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