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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 10:51 Uhr

Jugendrotkreuz : Zwischen Schnittwunde und Asylpolitik

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

150 Jugendrotkreuzler maßen sich in der Innenstadt beim Landeswettbewerb und mussten an zwölf Stationen ihr Wissen und Können zeigen.

Neumünster | Fürsorglich beugt sich Dania (6) zu Pia herunter und deckt sie zu: „Und, was wollten Sie eigentlich heute noch machen?“, fragt sie beiläufig und hält die Hand des Teenagers, während Vincent (10) Pia mitten auf dem Großflecken einen Kopfverband anlegt. Stilecht geschminkt mimt die 13-Jährige eine Verletzte, die beim Fensterputzen von der Leiter gefallen ist. Und die Betreuung und Versorgung von „Verletzten“ war am Sonnabend ein wichtiges Element an der Station 4 des Landeswettbewerbs vom Jugendrotkreuz. 150 Zehn- bis Zwölfjährige in 13 Gruppen aus zehn Kreisen rangen an zwölf Einsatzorten in der gesamten Innenstadt um Punkte bei Erster Hilfe, aber auch bei Wissensfragen.

Dania war die jüngste Teilnehmerin. Sie durfte wegen ihrer guten Leistungen ihr Team „Angels“ unterstützen. Unterdessen kümmerte sich auch die Gruppe „Banana Joe“ gegenüber der Holsten-Galerie um „Verletzte“. Dort ging es um Schnittverletzungen. An der Kieler Brücke prüften die Juroren mit einem Puzzle, ob der Nachwuchs alle Kreisverbände in Schleswig-Holstein zuordnen und benennen kann. An weiteren Stationen zwischen Vicelin- und Anscharkirche, Rathaus und Bahnhof wurden zudem Baderegeln abgefragt, aber auch die aktuelle Asylpolitik war ein Thema. Wie ist der Weg der Flüchtlinge, oder welche Unterschiede in den Kulturen gibt es? lauteten einige der Fragen. Die Wertungsrichter aus dem ganzen Land schauten dabei nicht nur auf die richtigen Lösungen und Verbände, sondern gerade auch an den Erste-Hilfe-Stationen auch auf die Zusammenarbeit in der Gruppe. „Das ist bei den Kleinen quasi genauso wichtig“, erklärte Leif Kühl, Juror vom DRK aus Flensburg.

Bereits am Freitag waren die Kinder und Jugendlichen mit ihren Betreuern angereist und hatten ihr Quartier in den Klassenräumen der Klaus-Groth-Schule bezogen. „Es ist toll, dass die Schulleitung das ermöglicht hat“, freuten sich DRK-Kreisjugendleiterin Tabea Wulff und ihre Stellvertreterin Lia Marie Boxberger. Beide hatten am Sonnabend alle Hände voll mit der Organisation und dem reibungslosen Ablauf zu tun. Unterstützt wurden sie dabei von der DRK-Kreisbereitschaft, die auch die Verpflegung der Teilnehmer mit Brötchen, Obst und Nudeln sicherstellte. Eine Kinderdisco, aber auch die Aufführung eines selbstgeschriebenen Theaterstücks gehörten zum Rahmenprogramm der dreitägigen Veranstaltung.

Bei der Siegerehrung gestern freute sich der Kreisverband Stormarn über den 1. Platz und den Wanderpokal. Zweiter wurde die Gruppe aus Pansdorf (Ostholstein) vor der Gruppe aus Dellstedt (Dithmarschen). Die beiden Neumünsteraner Teams landeten auf den Plätzen 7 und 9.

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erstellt am 18.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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