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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 04:17 Uhr

Ehrentag : Zur Hochzeit gab es einen Mercedes

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erwin und Hannelore Wegerich feiern heute ihre diamantene Hochzeit. Sie blicken auf 60 glückliche Ehejahre zurück

Neumünster | „Hannelore fiel mir sofort auf, da sie so hübsch aussah. Sie hatte schwarze Haare, trug einen schwarzen Rock und eine gelbe Bluse. Da hab ich mir direkt gedacht: Die krall’ ich mir. Leider ist mir erst mal jemand dazwischen gefunkt, denn Hannelore hatte schon einen Freund.“ So erzählt Erwin Wegerich (83) über die erste Begegnung mit seiner späteren Ehefrau Hannelore (82). Heute feiert das Paar aus der Gartenstadt diamantene Hochzeit.

Hannelore Wegerich wurde in Neumünster geboren und wuchs mit zehn Geschwistern in Tungendorf auf. Sie besuchte die Rudolf-Tonner-Schule und begann eine Lehre als Friseurin. Später arbeitete sie als Haushaltshilfe bei Familie Still und später in der Teppichfabrik Westphalen. Dort wurde sie später in die Küche versetzt und musste mit zwei Vorarbeiterinnen Essen für 200 Arbeiter kochen. „Das hat mir gefallen. Von da an blieb ich mein Leben lang in der Küche oder der Gastwirtschaft bei vielen verschiedenen Firmen“, sagt sie.

Erwin Wegerich hat drei Geschwistern und wuchs am Kleinflecken und in Bordesholm auf, wo er auf die Brüggemann-Schule kam. Er begann eine Lehre als Kraftfahrzeughandwerker bei Glau und Habild (später Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) in Neumünster, wo er sein ganzes Arbeitsleben, also 48 Jahre, verbrachte. Jeden Abend musste er den Anhänger der Firma in eine Garage vor dem Hause der Familie Still stellen, wo Hannelore, die damals noch Wäber hieß , arbeitete. Sie fiel ihm sofort auf.

Bei einem Ausflug an die Ostsee sah er sie wieder, allerdings war auch der Konkurrent anwesend. „Ich habe sie natürlich trotzdem angesprochen, weil ich ja bei ihr landen wollte. Als ich sie fragte, ob ich sie abends mit meinem Motorrad nach Hause bringen dürfe, stimmte sie zu. Ich habe sie ihrem Freund kurzerhand ausgehakt“, erzählt der 83-Jährige stolz. „Mir gefiel von Anfang an, dass er so ehrlich ist“, sagt Hannelore Wegerich. Am 1. Mai 1955 verlobte sich das Paar, und 1956 zog Erwin mit in das 15 Quadratmeter große Dachgeschosszimmer von Hannelores Großeltern.

Am 25. August 1956, also vor genau 60 Jahren, heirateten sie in der Vicelinkirche im Kreise der Familie. „Von dem Hochzeitsgeld haben wir uns einen Mercedes gekauft. Anfangs war das ein richtiger Schrotthaufen, aber Erwin hat ihn in ein richtiges Schmuckstück verwandelt“, sagt die Jubilarin.

Kurz darauf, im Oktober 1956, kam Regina, die erste von vier Töchtern, auf die Welt. Das Zimmer wurde zu klein, und so zog die junge Familie in eine Wohnung an der Propstenstraße. 1958 wurde die zweite Tochter, Gabriele, geboren, und der nächste Umzug folgte. Diesmal ging es an die Feldstraße. Vier Jahre später folgt der vorletzte Umzug an die Frankenstraße. 1965 kam Maike auf die Welt und 1969 die jüngste und letzte Tochter Marina.

1970 bauten die Wegerichs unter der Regie der Wohnungsbau in Eigenhilfe ihr Haus in der Heinrich-Orbahn-Straße. „Wir waren 13 Leute und haben 13 Häuser gebaut, die dann verlost wurden. Unser Grundstück ist 820 Quadratmeter groß und nach hinten raus sieht man nichts als Felder. Wir haben wirklich ein Sahnestück abbekommen“, schwärmt Erwin Wegerich. „Die schönste Zeit war der Bau des Hauses und der Einzug“, sagt seine Frau.

Auf ihre Ehe blicken beide dankbar zurück: „Wir hatten immer gute Zeiten. Natürlich gab es auch mal Knatsch, aber dann schläft man eine Nacht darüber, und dann ist es vergessen“, meinen beide. „An den Hochzeitstag hat Erwin immer gedacht“, lobt seine Frau. Als sie an einem Hochzeitstag einmal im Krankenhaus lag, brachte er ihr das Hochzeitsbild im selbst gebauten Rahmen.

Besonders freuen sich beide, wenn ihre vier Kinder, die fünf Enkelkinder und die zwei Urenkelkinder zu Besuch kommen. Ihre diamantene Hochzeit wollen sie mit Familienangehörigen und Freunden in Kühls Gasthof in Wasbek feiern. Dort soll es ein Mittagessen und anschließend noch Kaffee und Kuchen geben.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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