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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 21:30 Uhr

Bokhorst : Zukunft der Wald-Kita bleibt ungewiss

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eigentlich hätte die Bokhorster Einrichtung den Wald gestern verlassen müssen. Doch noch läuft ein Antrag auf Verlängerung.

Bokhorst | Petra Rothenburg-Bahr ist müde. Müde vom Kampf gegen enge rechtliche Rahmenbedingungen und fehlende Hilfestellung der Landespolitik. Denn noch immer sind die Probleme des Bokhoster Waldkindergartens, wo die Rendswührenerin als Erzieherin arbeitet, nicht gelöst. Und die Zukunft der Einrichtung steht in den Sternen. Gegen eine erste Frist, nach der die Kinder und Erzieher den Wald gestern hätten verlassen müssen, läuft jedoch vorerst noch mal ein Antrag auf Verlängerung.

Seit vier Jahren hat die Gruppe einen Platz im Wald von Gut Altbokhorst, den Waldbesitzer Harry von Bülow zur Verfügung gestellt hat. Besonders stolz sind Betreiber, Eltern und die Kinder auf einen „Waldwagen“ von Bingolotto, den die Gruppe als Spende erhalten hat. Darin befinden sich Bücher, Kleidung zum Wechseln, Gummistiefel, eine Wickelmöglichkeit und tausend kleine Dinge, die ein Waldkindergarten spontan gut gebrauchen kann, sagt Rothenburg-Bahr. Nur: Der Waldwagen ist seit fast zwei Jahren ein Stein des Anstoßes, soll nach geltendem Baurecht und aus Brandschutzgründen – wie es heißt – aus dem Wald weichen.

Auch eine Eingabe an den Petitionsausschuss des Landes Schleswig-Holstein blieb letztlich ohne Erfolg. Jetzt liegt dem Träger, der Kirchengemeinde Schillsdorf, der abschließende Bescheid des Kreises Plön vor. Demnach sollte der Aufenthaltswagen bis zum 15. September aus dem Wald entfernt werden. Doch noch gibt es eine kleine Gnadenfrist: „Inzwischen hat der Waldkindergarten eine Bitte um Aufschub eingereicht, da zurzeit zwei mögliche Alternativstandorte geprüft werden“, informierte Petra Rothenburg-Bahr.

Ein möglicher Standort im Raum Busdorf-Bönebüttel gehört den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Ein anderer Alternativstandort liegt in Hüttenwohld. „Wir hoffen, wenigstens an einem Standort eine Genehmigung zu erhalten, um unser pädagogisches Konzept fortsetzen zu können“, sagte die Erzieherin. Am pädagogischen Konzept des Waldkindergartens wollen die Betreuerinnen nicht rütteln. Dazu gehöre auch der Platz für die vielen nötigen Dinge im Waldwagen.

Hermann Marsian aus dem Kirchenvorstand bedauert die mangelnde Unterstützungsbereitschaft aus den Reihen der Kreis- und Landespolitik. Laut Annemarie Fröhlich, Vertreterin aus dem Elternbeirat des Kindergartens, sind die Eltern besonders über die unkooperative Art der politischen Begleitung enttäuscht. Von der Politik fühlen sich Betreiber und Betroffene im Stich gelassen. „Es hätte einen gewissen Charme, ungehorsam zu sein, den Schutzwagen stehenzulassen und nicht zu reagieren“, meinten die Betroffenen.

Petra Rothenburg-Bahr allerdings setzt weiter auf konstruktive Arbeit und hofft auf eine Alternative, die allen Beteiligten gerecht werden könnt. Allein ist der Bokhorster Waldkindergarten mit dem Problem nicht. Die Problematik der Schutzraumeinrichtungen für Waldkindergärten reicht über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus. Ähnliche Sorgen teilen sich die Bokhorster unter anderem mit einem Kindergarten in Mecklenburg-Vorpommern.

Weitere Informationen gibt es beim Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten im Internet unter: bvnw.de.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 09:00 Uhr

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