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Holsteinischer Courier

01. Juli 2016 | 11:57 Uhr

Trauerfeier : Würdevoller Abschied von Dr. Uwe Harder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Propst Stefan Block würdigte den Oberbürgermeister a.D. in einer treffenden Ansprache in der Vicelinkirche

Neumünster | Es kam alles so, wie Dr. Uwe Harder es sich zu Lebzeiten gewünscht hatte. Seine Trauerfeier sollte an einem Freitag in der Vicelinkirche stattfinden und nicht zu lang ausfallen – und bitte keine großen Reden. Außer Propst Stefan Block solle bitte niemand sprechen. Etwa 150 Trauergäste nahmen gestern Abschied von Oberbürgermeister a.D. Uwe Harder, der am 8. Februar im Alter von 92 Jahren verstorben war.

Propst Block war mit Harder lange bekannt gewesen und hatte ihn in dessen letzten Tagen mehrfach besucht, mit ihm und den Seinen auch das Abendmahl gefeiert. „Uwe Harder war ein freiheitsliebender Mann. Bei einem meiner Besuche steckte er mir einen kleinen Zettel zu, augenzwinkernd, wie es seine Art war. Darauf ein Zitat des großen griechischen Staatsmanns Perikles: ‚Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit. Das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut!‘ Das hätte sein Wahlspruch sein können. Denn unabhängig in seinem Geist und mutig – das war Uwe Harder in der Tat“, sagte Block in seiner gefühlvollen Ansprache.

Der Propst skizzierte auch die Lebensstationen von Harder und fand dabei eine Reihe von treffenden Adjektiven: eigenständig, klug, gebildet, erfolgsorientiert, zupackend und höchst erfolgreich – aber als Oberbürgermeister (1970-1988) auch nicht unumstritten. „Manch einer sagt, unsere holsteinische Mittelstadt war eigentlich eine Nummer zu klein für ihn. Aber sie verdankt ihm und auch seiner Frau, einer strahlenden und klugen Persönlichkeit, gerade auch durch kulturelle Impulse einiges.“

Zweifellos habe Harder sich als „Diener der Stadt“ gesehen, aber er habe auch das schöne Leben geliebt. „Als erster fuhr er durch seine damalige Heimatstadt Kiel mit einem offenen Cabriolet. Er trank guten Wein, liebte eine ausgesuchte Küche, verreiste gern. Und noch im hohen Alter fuhr er mit seinem alten Mercedes – manchmal eher halsbrecherisch – durch die Stadt. Spazierte über den Wochenmarkt – immer zu einem freundlichen Gespräch bereit, und immer mit einem schönen Einstecktuch im Jackett.“

Nach Einschätzung von Block hatte Harder im Angesicht des Endes „eine Hoffnung, die über den Tod hinauslauscht. Und ganz sicher lauscht er auch jetzt mit uns gemeinsam den himmlischen Klängen Bachs – und vielleicht, ja ganz sicher, noch himmlischeren.“

Der Bach-Chor sang von der Empore der Kirche aus berührend zwei Choräle aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Die Trauergemeinde sang „Befiel du deine Wege“, und Vicelin-Kantor Dr. Karsten Lüdtke spielte zwei Präludien von Bach.

Nach dem Gottesdienst hatte die Stadt zu einem Empfang in das Museum Tuch+Technik eingeladen. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hielt sich an Harders „Verbot“ von großen Reden, fand in seiner kurzen Begrüßung aber auch persönliche Worte. „Es war für mich eine Ehre, die Persönlichkeit Dr. Uwe Harder kennen- und schätzen zu lernen. Er war für mich ein wichtiger und väterlicher Ratgeber.“ Als sehr gelungen und passend empfanden die Besucher zwei Liedvorträge von Margrit Cords und Hans-Georg Wolos: Harder hatte sich die Stücke „Sag mir, wo die Blumen sind“ und „We shall overcome“ gewünscht.

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erstellt am 20.Feb.2016 | 08:15 Uhr

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