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Holsteinischer Courier

23. April 2014 | 20:55 Uhr

Color-Rado-App - Wie aus Lakritz eine Geschäftsidee wurde

vom

Zwei Neumünsteranerinnen haben eine App für Mobiltelefone entwickelt: Anhand von Vorlieben für Weingummi- und Lakritzsorten wird im "Coloradoskop" der Charakter ermittelt.

Neumünster | Es begann in einer partyfreudigen Wohngemeinschaft (WG) in Osnabrück. Neben Bier und Sekt gab es bei den Studentinnen Hanna Kleinschmidt und Mirja Kekeritz an vielen Abenden auch tütenweise Color-Rado. Bald stellten die beiden Neumünsteranerinnen fest, dass sie aus der legendären Mischung von Lakritz- und Weingummi-Süßigkeiten die gleichen Teile bevorzugten und verschmähten. Irgendwann wurde daraus eine Geschäftsidee, die die beiden jetzt umgesetzt haben.
Hanna Kleinschmidt aus Wasbek und Mirja Kekeritz (beide 27) aus Faldera haben die Immanuel-Kant-Schule besucht und dort 2004 gemeinsam das Abitur gemacht. 2005 gingen sie zum Lehramtsstudium nach Osnabrück und gründeten eine WG. Hanna ist derzeit im Referendariat als Grundschullehrerin in Osnabrück, Mirja arbeitet an der Uni Osnabrück als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Bildungsforschung.
"Was nimmst du immer, was isst du nimmer?"
"Auf unseren Studentenpartys haben wir gemeinsam auf die anderen Leute geguckt und beobachtet, wer aus der Color-Rado-Mischung was isst und was liegen lässt. Daraus haben wir dann Persönlichkeitsprofile entwickelt und extrem viel Spaß gehabt", erzählt Mirja (27). Die Frage "Was nimmst du immer, was isst du nimmer?" wurde in Studentenkreisen zum Partyhit.
Aber erst als Mirja Anfang des Jahres ihrem Bruder von ihrem seltsamen Hobby berichtete, kam der Stein ins Rollen, denn Timm Kekeritz arbeitet in Berlin als Entwickler von Applikationen für Mobiltelefone, den sogenannten Apps. Er programmierte das "Coloradoskop - die ultimative Charakteranalyse". Das kann man sich im Internet kostenlos herunterladen. Zwei Fragen gilt es zu beantworten: "Was isst Du zuerst, was isst Du gar nicht gern?" Auf Knopfdruck wirft das System dann eine von 153 Analysen aus. Wer zum Beispiel den roten Zuckerberg favorisiert und den Schoko-Burger hasst, der ist "selbstüberzeugt, aber undankbar". Geld ist für ihn da, um ausgegeben zu werden; in seinem Leben zählt das Hier und Jetzt, und in einer Partnerschaft hat er die Hosen an. Da raus folgt: "Fang endlich damit an, Verantwortung zu übernehmen!"
Keine Anwälte, sondern kiloweise Color-Rado
Geld haben sie mit der Psycho-Nummer noch nicht verdient, aber das kann ja noch werden. "Vielleicht machen wir noch ein Buch daraus, und natürlich träumen wir von einer Kooperation mit Haribo, dem Hersteller von Color-Rado", sagt Mirja. Dort haben sie gefragt, ob die etwas gegen ihr Coloradoskop haben, und sicherheitshalber veränderten sie die Schreibweise leicht. Haribo schickte keine Anwälte, sondern kiloweise Color-Rado. "Die finden das toll", sagt Mirja.
Der Bezug zu Neumünster ist beiden geblieben, sie besuchen regelmäßig Eltern und Freunde; spätestens zum Kant-Ball am 1. Weihnachtstag trifft man sie in Neumünster. In ihrem Geschmack sind sich die beiden jungen Frauen übrigens einig: "Wir lieben die Gelee-Himbeeren und mögen die Zäpfchen gar nicht. Bei mir ist es ganz schlimm mit den roten Zuckerbergen. Die schmeiße ich weg", sagt Mirja Kekeritz.

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von Thorsten Geil
erstellt am 30.Jul.2012 | 09:32 Uhr

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