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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 09:44 Uhr

Nordjob Bau : Werben um den Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Etwa 1000 Schüler aus dem gesamten Norden erlebten gestern auf der Messe die Faszination der Bauberufe

Neumünster | „Wir sind mit der ganzen 9. Jahrgang da“, sagte Celina Stünkel (16). Dann versuchte sich die Wilhelm-Tanck-Schülerin mit einer elektrischen Stichsäge am Stand des Ausbildungszentrums Ahrensbök. Gestern war wieder Schülertag auf der Messe, die unter dem Motto „Faszination Bauberufe“ auf der Nordjob Bau um Nachwuchs für die Branche warb.

Einen handwerklichen Beruf kann sich Celina zwar nicht vorstellen – aber im Baugewerbe gibt es ja auch kaufmännische Berufe. „Es gibt Baukaufleute und Bauzeichner – und auch die müssen über ihre Produkte und die Arbeitsabläufe Bescheid wissen“, erfuhr die Schülerin von Hermann Schultz und Till Seydlitz, die gestern die „lebendige Baustelle“ im Foyer betreuten.

Frank Schlemmer ist heute Chef des Straßen- und Tiefbauunternehmens Krebs & Suhr, arbeitete 1987 selbst bei der lebendigen Baustelle auf der Nordbau mit und versuchte, Berührungsängste zu nehmen: „Eine Frau als Bauleiterin ist heute nichts Ungewöhnliches mehr.“ Krebs & Suhr möchte wie die anderen teilnehmenden Aussteller „junge Leute für einen Beruf in der Bauwirtschaft begeistern“. Schlemmer: „Wir haben schon Azubis über diese Berufsfindungsmesse gefunden.“

Die läuft diesmal etwas anders als in den Vorjahren, erläuterte Dörthe Behnke. Sie ist eine von 15 Schülerlotsen vom Institut für Talententwicklung, das die Nordjob Bau organisiert, und leitete die Schüler diesmal im Klassenverband und nicht mehr einzeln zu den Informationsständen.

Auf dem Außengelände am Stand des Volvo-Importeurs Swecon lernten die Wilhelm-Tanck-Schüler ein für sie ganz neues Berufsbild kennen, das des Mechatronikers für Land- und Baumaschinen. „Alle wollen Kfz-Mechatroniker werden. Aber wenn es in der Autobranche mal schwächelt, stehen schnell ganz viele auf der Straße“, riet Klaus Petersen, Regionalserviceleiter Nord bei Swecon, auch mal den Blick rechts und links der ausgetretenen Pfade schweifen zu lassen. Petersen: „Es gibt nicht nur die Friseurin und den Kfz-Mechatroniker. Bleibt neugierig!“

Ein Beruf in der Nische ist aus mehreren Gründen viel interessanter. „Wir bilden für den eigenen Bedarf aus“, warb Petersen quasi mit einer Übernahmegarantie. Außerdem sei der Verdienst besser als in der Kfz-Branche. Die Ausbildungsvergütung beginne bei 800 und ende bei etwa 1100 Euro.

„Der beste Weg zur Lehrstelle ist ein Praktikum“, sagte Petersen. Voraussetzung sei ein Realschulabschluss, aber auch gute Hauptschüler hätten Chancen. Vor allem aber müssten die Auszubildenden ein Gefühl für Verantwortung haben. „So ein Baufahrzeug kann schon mal den Wert eines Einfamilienhauses haben“, sagte Petersen.

„Auch wir als FH müssen die Werbetrommel rühren“, sagte Angela Zett. Die Architektin aus Neumünster lehrt an der Fachhochschule Lübeck und erläuterte Schülern die Studiengänge Architektur, Bauingenieurwesen und – brandneu ab dem Wintersemester – den Energie-Gebäude-Ingenieur. „Das ist auf dem Markt gefragt. Experten für Heizung, Lüftung, Sanitär und Brandschutz werden gebraucht. Der Anteil der Technik am Gebäude nimmt immer mehr zu“, sagte sie. 

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erstellt am 09.Sep.2016 | 08:15 Uhr

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