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tierschutzverein : Weiter Aufregung um Fundtiere

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Gruppe fordert den Rücktritt aller Amtsträger im Tierschutzverein / Die Stadt sucht weiter nach einer dauerhaften Lösung für das Tierheim

Neumünster | Im Tierschutzverein scheint sich die Stimmung weiter zuzuspitzen. Wenige Tage vor der Jahreshauptversammlung hat sich im Verein offenbar eine Opposition gegen den aktuellen Vorstand gebildet. Sie fordern den Rücktritt aller Mitglieder des Vereinsvorstands, des Wirtschaftsbeirates sowie des Ältestenrates. Völlig offen ist aber, ob die Gruppe auch neue Kandidaten präsentieren kann, die stattdessen den Verein führen und die Tierauffangstelle retten möchten.

Rund 260 Unterschriften hat die oppositionelle Gruppe gesammelt. Zusammen mit einem geharnischten Schreiben wurden diese Listen Anfang der Woche an aktuelle Vorstandsmitglieder, die Stadt, die Landesregierung, den Landesverband der Tierschützer, die Neumünsteraner Tierärzte und die Presse geschickt – allerdings ohne einen eindeutigen Absender oder eine Person, die als Sprecher benannt wurde.

In dem Schreiben werden noch einmal die Kritikpunkte aufgelistet, die im August 2016 zur Schließung der Tierauffangstelle durch die Stadt geführt haben. „Der Vorstand hat es nicht geschafft, die unseres Erachtens für ein Tierheim voll und ganz begründeten und gerechtfertigten Forderungen vollständig umzusetzen“, heißt es in dem Brief. Mehrfach sei der Vorstand von Mitgliedern, Mitarbeitern, Ehrenamtlern und weiteren Tierfreunden aufgefordert worden, „zum Wohle der Tiere endlich Einsicht zu zeigen und die Auflagen voll und ganz umzusetzen“.

Nur durch eine komplette Neubesetzung aller Posten im Verein könne endlich der gewünschte Neuanfang der Tierauffangstelle unter sachkundiger Führung gewährleistet werden, und: „Gleichzeitig suchen wir auf diesem Wege auch nach möglichen sachkundigen Nachfolgern“, heißt es in dem Brief weiter.

Der Brief ist auch im Rathaus eingegangen. Thorben Pries, Büroleiter des Oberbürgermeisters, wollte ihn gestern aber nicht kommentieren. Mit dem Vorstand des Vereins kommuniziere man fast ausschließlich über Anwälte. Vertreter der Stadt hätten sich die Tierauffangstelle leider noch nicht ansehen können. „Das Grundstück im Stadtwald gehört der Stadt, aber es ist per Erbpacht langfristig an den Verein übertragen. Wir möchten das Grundstück zurückhaben, um eine Lösung zum Wohle der Tiere zu finden“, sagte Pries.

Die Stadt führt nach Aussage von Pries Gespräche mit möglichen Betreibern eines Tierheims und sei sehr an einer baldigen Lösung interessiert. Der Container auf dem Gelände der Feuerwehr, in dem (wie berichtet) die Fundtiere im Moment kurzfristig untergebracht werden, sei natürlich keine Dauerlösung. Die Berufsfeuerwehr allerdings schloss dort, entgegen der Ankündigung der Stadt, zumindest gestern noch keine Tiere ein. Es gebe noch keinen Schlüssel und keine Einweisung seiner Mitarbeiter, sagte Feuerwehrchef Sven Kasulke am späten Nachmittag.

Die Berichterstattung über die Tierauffangstelle und den Container beschäftigt auch die Courier-Leser: Gestern gingen mehrere Leserbriefe zu dem Thema in der Redaktion ein. Seite 13

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erstellt am 03.Mär.2017 | 08:15 Uhr

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