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Holsteinischer Courier

28. November 2014 | 19:02 Uhr

Pilotprojekt : Was leisten Bauern für den Naturschutz?

vom

Im Naturpark Aukrug können Landwirte ihren Betrieb auf seinen Naturschutzwert prüfen lassen.

AUKRUG | Landwirte aus dem Naturpark Aukrug können ab sofort den "Naturschutzwert" ihres Betriebs ermitteln lassen. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) hat ein neues Verfahren zur Bewertung der Naturschutzleistungen von landwirtschaftlichen Betrieben entwickelt, das nun in Kooperation mit dem Naturschutzring Aukrug getestet werden soll.

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Bei den von Jan-Marcus Carstens betreuten Betriebsuntersuchungen handelt es sich um ein Pilotprojekt, das vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) des Landes Schleswig-Holstein finanziert wird. "Mit dem neuen Bewertungsverfahren des DVL können die Naturschutzleistungen von landwirtschaftlichen Betrieben erstmals transparent dargestellt werden", erklärt Jan-Marcus Carstens den neuen kostenlosen Service, den er allen Bauern aus dem Naturpark Aukrug anbietet. Wo man Defizite feststellt, könnte man dann im Gespräch Maßnahmen aus dem Artenschutzkatalog des Naturschutzrings empfehlen. Carstens ist gebürtiger Bargfelder, hat Land- und Forstwirtschaft gelernt und anschließend Landschaftsnutzung und Naturschutz studiert.

Beim Artenschutzkatalog "Für Mensch, Natur und Landschaft", in dem der Naturschutzring Aukrug seit 2007 (zweite Auflage: 2011) insgesamt 34 förderfähige Naturschutzmaßnahmen auflistet, handelt es sich um ein vom Land finanziertes Pilotprojekt - und auch die nun vom DVL in Kooperation mit dem Naturschutzring angebotenen Betriebsbeurteilungen haben den Rang eines Pilotprojekts. Erweist sich das neue Verfahren zur Bestimmung des betrieblichen Naturschutzwerts als effektiv und wird von den Landwirten als positiver Beitrag für deren Betrieb angesehen, könnte damit ein Weg aufgezeigt werden, wie künftige Agrarumweltmaßnahmen wirkungsvoll eingesetzt und ausgestaltet werden könnten.

Das neue Beurteilungsverfahren würde sich dann also auch auf die Kanalisierung von Finanzmitteln auswirken. "Wir sind bei diesem Projekt auf die Mitarbeit der Landwirte angewiesen", sagt Naturschutzring-Chefin Petra Harms. "Wir brauchen Betriebe, die bereit sind, uns ihre Daten für das neue Bewertungssystem zur Verfügung zu stellen." "Die Teilnahme ist absolut freiwillig", betont Naturschutzring-Geschäftsführer Niklas Zander. Für die Landwirte biete sich die Möglichkeit festzustellen, wie der eigene Betrieb in Hinblick auf Naturschutzleistungen da stehe.

Carstens interessiert sich bei seinen Betriebsuntersuchungen für folgende Themen: Nutzungstypen (Acker, Grünland, Gemüse, Dauerkulturen), Acker (Kulturartenvielfalt, Schlaggröße, Brachen, Blühstreifen, unbearbeitete Stoppeläcker), Landschaftselemente (Knicks, Gewässer, Baumreihen, Gräben), Grünland (Mahd, Beweidung, Bewirtschaftungsintensität) und spezielle Naturschutzmaßnahmen (zum Beispiel Gelegeschutz für Wiesenvögel). "Das sind größtenteils Daten, die dem Betriebsleiter in seinem Grundantrag zur Agrarförderung sowieso schon vorliegen", bemerkt Petra Harms, und Zander ergänzt: "In einer guten halben Stunde ist man durch damit."

Naturschutzring und DVL hoffen auf viele Bauern, die an dem Projekt teilnehmen. "Der Landwirt bekommt einen Erfahrungsgewinn und kann sehen: Leiste ich viel oder wenig für den Naturschutz?", sagt Zander, "und bei Interesse kann er sich dann Ideen für geeignete Maßnahmen aus unserem Artenschutzkatalog darlegen lassen." Landwirte aus den 42 Gemeinden des Naturparks Aukrug, die an dem Projekt interessiert sind, können sich an Carstens wenden, Tel. 01 63/8 43 15 18, E-Mail: carstens@lpv.de.

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von
erstellt am 25.Feb.2013 | 08:14 Uhr

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