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Holsteinischer Courier

26. September 2016 | 02:09 Uhr

Neumünster : Was bedeutet Ihnen Ostern, welche Bräuche pflegen Sie?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Courier hörte sich in der Innenstadt um / Der religiöse Aspekt ist immer noch vielen wichtig / Kritik an der Kommerzialisierung des Festes

Neumünster | Was bedeutet Ostern für die Neumünsteraner? Gehen sie in die Kirche oder zum Osterfeuer? Der Courier hörte sich in der Innenstadt um, welche Osterbräuche gepflegt werden.

„Für mich bedeutet Ostern, dass Jesus auferstanden ist“, sagt Finja Becker aus Nortorf. Die 20-Jährige geht Ostersonntag in den Gottesdienst und engagiert sich in der Christusgemeinde in Krogaspe bei der Kinderstunde: „Am Sonntag bin ich dran“, sagt die angehende Erzieherin, die später möglichst in einer evangelischen Kita arbeiten möchte. Sie bedauert: „Die Bedeutung des Festes gerät in Vergessenheit.“ Über Ostern kommt bei ihr die große Familie zusammen, geschenkt werden höchstens Kleinigkeiten. „Für die Kleinen gibt es das Ostereier-Suche. Früher bin ich auch zum Osterfeuer gegangen“, sagt sie. Als weitere Bräuche nennt sie Osterzopf-Backen und Eier-Färben.

Zu Ostern werden in der Familie von Andreas Bernhardt (49) aus Tungendorf auf jeden Fall Eier gefärbt, und die Familie trifft sich zu einem Brunch. „Ostern ist eigentlich ein religiöses Fest, das wird aber leider zum Konsumfest“, sagt er bedauernd. Nicht gut findet er die Schenkerei: „Was zu Ostern verschenkt wird, ist ja fast schon auf Weihnachtsniveau.“ Er plädiert für mehr Besinnung, Zurückhaltung und Bescheidenheit. Früher sei er auch regelmäßig in die Kirche gegangen, habe aber jetzt weniger Zeit. Zum Osterfeuer gehe er nicht, aber für die Kinder würden natürlich Eier versteckt.

„Mein Mann Jürgen und ich halten alte Bräuche aufrecht“, sagt Heidemarie Groth (68) aus Gadeland. So gab es Karfreitag kein Fleisch, sondern Fisch, und zwar an der Nordsee frisch vom Kutter. Sie gehen nicht in die Kirche, aber mit Nachbarn machen sie es sich am Osterfeuer gemütlich. „Ostern ist auch die Zeit der Besinnung“, sagt sie. Die Geschenke für die Enkel fallen klein aus: „Ostern ist kein Weihnachten. Die Werbung nervt, es ist zu viel Konsum.“ Früher habe sie auch einen Osterzopf gebacken. „Meine Mutter hat in Pommern früher Osterwasser geholt von einer Quelle. Das musste schweigend geschehen. Davon hat sie mir erzählt – und wir geben es weiter an die Enkel.“

„Ostern ist für uns ein kirchliches Fest, wir gehen in die Kirche, aber leider geht das bei vielen verloren. Das ist aber auch eine Einladung, den Gottesdienst attraktiver vor allem für Jüngere zu gestalten und darauf hinzuweisen, dass die Kirchentore offen stehen“, sagt Bernd Müller aus Wittorf. Der 65-Jährige ist Mitglied im Gemeinderat der Johanneskirche in Wittorf. Ostern ist bei Bernd und Ursula Müller außerdem Zeit für ein Treffen mit Familie und Freunden, das Haus wird mit Naturmaterialien geschmückt, und es gibt traditionell kein Fleisch am Karfreitag: „Dieser Brauch ist auch kirchlichen Ursprungs“, sagt Müller.

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erstellt am 27.Mär.2016 | 09:00 Uhr

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