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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Tarifstreit : Warnstreik legte die Müllabfuhr lahm

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 700 Beschäftigte aus Kitas und öffentlichen Verwaltungen demonstrierten gestern in der Innenstadt für mehr Gehalt.

Neumünster | Die laufende Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst hat Neumünster erreicht: Rund 700 Beschäftigte aus den Kreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg, Segeberg und aus Neumünster kamen gestern zu einer zentralen Protestdemonstration in der Innenstadt zusammen. Aus Neumünster beteiligten sich nach Gewerkschaftsangeben rund 350 Mitarbeiter vorrangig aus Stadtverwaltung und städtischen Einrichtungen an dem eintägigen Warnstreik. Betroffen waren unter anderem Kitas und Müllabfuhr, die Zulassungsstelle blieb ganztägig geschlossen. An sieben städtischen Kitas gab es nur eine eingeschränkte Betreuung, die Kitas Gartenstadt und Wittorf blieben komplett geschlossen. Auch die Beratungsstelle der Kindertagespflege war gestern nicht erreichbar.

Im TBZ legte der Warnstreik die Müllabfuhr lahm. Nur 7 der rund 40 Müllwerker waren am Morgen zum Dienst angetreten. In Gadeland und Teilen der Innenstadt blieben die Tonnen stehen. Betroffene Anlieger müssen auf die nächste Regelabfuhr warten. Auch in der Arbeitsagentur an der Wittorfer Straße kam es vereinzelt zu Arbeitsniederlegungen, der Geschäftsbetrieb wurde aber nach Auskunft der Behörde nicht gestört. Ähnlich äußerten sich gestern die Stadtwerke. Zehn Mitarbeiter hätten sich am Morgen zur Kundgebung abgemeldet – ohne Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb. Für Buskunden gut zu wissen: Der Busverkehr ist vom laufenden Tarifstreit nicht betroffen. Die Busfahrer werden nach einen anderen Tarif bezahlt.

Der Streiktag in Neumünster hatte gegen 7.30 Uhr auf dem Betriebshof an der Niebüller Straße begonnen. Rund 60 TBZ-Mitarbeiter zogen von dort in die Innenstadt und holten unterwegs Kolleginnen aus der Kita Faldera ab, um sich in der Stadthalle mit angereisten Kollegen aus den Nachbarkreisen zu formieren. Gegen 10.30 Uhr zogen die Streikenden dann in einem Protestzug mit Trommeln und Pfeifen durch die Innenstadt. Auf Transparenten forderten sie unter anderem „Gerechten Lohn für gute Arbeit!“ und „Hände weg von der Altersversorgung!“

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten eine Gehaltsanhebung von 6 Prozent sowie 100 Euro mehr für Auszubildende. Die Arbeitgeberseite bietet bislang 3 Prozent an, was gestern bei der Kundgebung auf dem Großflecken mit Pfiffen quittiert wurde. Verdi-Sekretärin Annette Falkenberg drohte weitere Streikaktionen an, sollten sich die Arbeitgeber bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 28./29. April nicht bewegen: „Dann stehen noch mehr Kollegen auf der Straße, um Druck zu machen“, kündigte die Gewerkschafterin an. Die Streikbereitschaft sei unvermindert hoch. Neben einem Gehaltsplus gehe es den Beschäftigten vor allem auch um den Erhalt und eine „faire Finanzierung ihrer Altersversorgung“, erklärte die Verdi-Funktionärin. Die Arbeitgeber streben eine höhere Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer an. Eine einseitige Verschiebung der Lasten auf die Beschäftigten sei jedoch nicht hinnehmbar, sagte sie.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 08:15 Uhr

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