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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 02:24 Uhr

Rückläufige Zahlen : Warnreflektoren sorgen für weniger Wildunfälle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bisher hat sich bei den Tieren kein Gewöhnungseffekt eingestellt.

Neumünster | Vor fünf Jahren wurden in Neumünster und Umgebung rund 600 Wildwarnreflektoren an den Leitpfosten vieler Straßen montiert. Der Aufwand zahlt sich nun aus: In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Wildunfälle stark zurückgegangen. Das teilten jetzt Ingbert Tornquist, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, und Kreisjägermeister Dirk Jacobsen mit.

2011 gab es 77 Wildunfälle auf Neumünsters Straßen, 2014 und 2015 sanken die Zahlen auf 43 und 49 Wildunfälle. Der Anteil des im Straßenverkehr verunglückten Rehwildes im Stadtgebiet verringerte sich damit um knapp 40 Prozent.

Das Projekt, das rund 3000 Euro kostete, wurde durch die Kreisjägerschaft, die Revierinhaber selbst sowie durch die Provinzial-Versicherungsagentur aus Wittorf ermöglicht. Die blauen Warnreflektoren sind unter anderem am Großharrier Weg, in Gadeland an der Segeberger Straße bis zur Südumgehung, an der Altonaer Straße sowie am Norderdorfkamp aufgestellt. „Primär wurden die Unfallschwerpunkte in Neumünster mit den Reflektoren ausgestattet, dann folgten weitere Strecken, auf denen ebenfalls viel Wildwechsel eine Gefahr für den Autofahrer, aber auch für das Rehwild darstellt“, erklärte Dirk Jacobsen.

Bei Nacht werden die Reflektoren durch die Autoscheinwerfer angestrahlt und reflektieren das Licht, wobei dem Rehwild durch die blaue Farbe Gefahr signalisiert wird. Bisher konnte kein Gewöhnungseffekt bei den Tieren festgestellt werden.

Obwohl die Warnreflektoren bereits im Jahr 2011 angebracht wurden, konnte erst ab dem Jahr 2014 ein deutlicher Erfolg festgestellt werden. 2012 sowie 2013 gingen die Zahlen nur leicht auf 73 sowie 70 Wildunfälle pro Jahr zurück.

Ingbert Tornquist erklärte dazu: „2012 und 2013 wurden vermehrt Veränderungen im Lebensraum der Wildtiere vorgenommen, wie zum Beispiel der Ausbau der A7 oder die Erschließung des Gewerbegebiets Eichhof. Dies vertrieb die Tiere in andere Reviere. „Bei mehr Tieren auf kleinem Raum kommt es zu mehr Unfällen, da helfen leider auch die Reflektoren wenig“, sagte Ingbert Tornquist.

Trotzdem ist der Erfolg in den Jahren 2014 und 2015 nicht zu übersehen, dürfte sich schließlich die Zahl der Wildunfälle in den beteiligten Straßen deutlich reduziert haben. „Im Vordergrund steht, dass weniger Menschen und weniger Wild zu Schaden kommen. Dieses Ziel haben wir erreicht. Nun hoffen wir auf eine weiterhin positive Bilanz für die kommenden Jahre“, sagt Jacobsen.

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