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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Klassiker-Tage : Wahre Schönheit hat vier Räder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Klassiker-Tage werden immer beliebter / Am Wochenende kamen mehr als 13 000 Besucher auf das Gelände der Holstenhallen

Neumünster | Die Klassiker-Tage Schleswig-Holstein (KTSH) in den Holstenhallen warteten erneut mit vielen seltenen, historischen und toprestaurierten Autos auf, die manchem Autofan die Freudentränen in die Augen trieben. Inzwischen fand die Messe rund um das historische Automobil zum vierten Mal statt und war so groß wie noch nie. Knapp 90 Aussteller waren dabei. Erstmals wurde sogar die große Halle 1 hinzugenommen. „Wir brauchten schlichtweg mehr Platz, um keinem Aussteller absagen zu müssen“, sagte Christoph Honnen von den Holstenhallen, die die KTSH auch selber veranstalten.

In der Halle 1 war die Mercedes-Benz Interessengemeinschaft mit einem Stand vertreten, ebenso der Kfz-Verband Schleswig-Holstein und auch einige Fahrzeughändler mit Neuwagen. Hingucker waren die mehr als 200 historischen Automobile, die zur Schau gestellt wurden. Allesamt top-gepflegt, als seien sie gerade vom Band gelaufen.

Ein Menschen-Pulk sammelte sich ständig am Stand von Autotechnik Wagner aus Hasloh, zugleich der des DeLorean DMC-Clubs. Der DeLorean gilt seit den „Zurück in die Zukunft“-Filmen als eines der Kultfahrzeuge schlechthin. Gleich vier Exemplare hatten die Club-Mitglieder mitgebracht. Der Stand selbst war dem der Detroit Motorshow nachempfunden, auf dem das Fahrzeug einst vorgestellt wurde. „Die Karosserie ist aus gebürsteten Edelstahl, unbehandelt, unlackiert“, erklärte Michael Wagner. Extra für die Messe hat er seinem DeLorean sogar einen Fluxkompensator spendiert, um den „Zurück in die Zukunft“-Fans etwas zu bieten. „Die Teile habe ich anhand von Bildern und Videos nachgebaut“, sagte er. Der DeLorean wurde 1981/ 82 in Irland produziert.

Ein paar Reihen weiter war der Stand von Mirbach & Seemann aus Hamburg. Hier stand eines der ältesten Fahrzeuge: Ein Chevrolet Master Eagle aus dem Jahr 1933 – vermutlich auch eines der teuersten Autos der Messe. „Es wurden allein 150 000 Euro in die Restaurierung investiert“, sagte Thomas Waldner von der Firma Twkom.

Auch das Außengelände der Holstenhallen war gut gefüllt mit imposanten Fahrzeugen – etwa dem ehemaligen Dienstwagen von Bundespräsident Richard von Weizsäcker, einer gepanzerten S-Klasse. Eine Augenweide war der Hudson Commodore von Norbert Franke aus Stakendorf. „Das Fahrzeug hat eine selbsttragende Karosserie und acht Zylinder in Reihe“, verriet er. Vor 19 Jahren hat er das Auto aus dem Jahr 1951 in Hamburg ersteigert. „Es gehörte einst zum Fuhrpark des US-Militärs. Unter anderem wurde Lucius Clay damit chauffiert, der bis 1949 Militärgouverneur der deutschen Besatzungszone war“, berichtete Franke weiter. Er hatte das Fahrzeug aber bereits im neu lackierten Zustand ersteigert. Die US-Militärnummer steht aber noch heute unter seinem Hudson.

Beeindruckend war abermals die Vorstellung von Georg Meyering. Er bezeichnet sich selbst als „Autokenner“ und untertreibt maßlos. Denn: Ohne vorher in Unterlagen zu spicken, erzählt er wirklich über jedes Auto, das auf seine Startrampe fährt, minutenlang viele Details, mit denen er nicht selten sogar manchen Autobesitzer noch erstaunt.

„Wir versuchen die Messe immer weiter zu justieren und zu optimieren, um sie immer besser zu machen. Die Klassiker-Tage sind mit vielen Emotionen verbunden, weil doch jeder für ein Auto besonders schwärmt“, sagte Holstenhallen-Chef Dirk Iwersen. Er selbst träumt von einer Mercedes-Benz Pagode oder den SL-Nachfolger aus der Baureihe R107. Die vierte Auflage der Klassiker-Tage waren ein voller Erfolg: Am Sonnabend und Sonntag besuchten 13 100 Menschen die Messe; das war Besucherrekord.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 08:30 Uhr

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