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Holsteinischer Courier

25. März 2017 | 01:04 Uhr

Ruhestand : Vom Schülersprecher zum Schulleiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Udo Runow geht als Chef der Walther-Lehmkuhl-Schule in Pension / Der Bürgermeister von Bönebüttel erhofft sich mehr Zeit für die Enkel

Neumünster | Als Schülersprecher brachte Udo Runow 1972 rund 1200 Schüler zum Protest gegen die Stadt und die Bildungspolitik in Kiel auf die Straße. Am 1. November 2009 wurde der heute 65-jährige Bönebütteler dann Schulleiter an seiner alten Schule, der Walther-Lehmkuhl-Schule. So heißt die Berufliche Schule der Stadt Neumünster aber erst seit 1978. Jetzt endet dort das Kapitel Runow, der im September 66 Jahre alt wird und zum 1. August in den Ruhestand geht.

„Rein rechtlich hätte ich als Angestellter auch schon zum 1. Mai in Rente gehen können“, sagt Runow. Er bezieht auch schon Rente. Etwa acht Euro darf er behalten, der Rest wird mit der Pension verrechnet. Runow kann auf 36,5 Jahre im Staatsdienst zurückblicken. Nach der Ausbildung zum Mechaniker bei der AEG und der Berufsschulzeit an der WLS machte er dort 1974 am Technischen Gymnasium das Abitur, ein Studium der Maschinentechnik und dann die Gewerbelehrerausbildung in Hamburg. 29 Jahre lang wirkte Runow als Lehrer für Mathematik und Kraftfahrtechnik an der Beruflichen Schule Rendsburg, dann wurde er an der Walther-Lehmkuhl-Schule Nachfolger von Manfred Marwede.

„Ich wurde sogar zweimal gewählt“, sagt Runow mit einem Schmunzeln. Das erste Mal vom Schulleiterwahlausschuss der Ratsversammlung. Da sich am 4. November der Verwaltungsrat des neuen Regionalen Berufsbildungszentrums (RBZ) konstituierte, wurde noch eine weitere Wahl zum Geschäftsführer fällig. „Das RBZ ist als Anstalt des öffentlichen Rechts zwar eine Tochter der Stadt, aber wirtschaftlich selbstständig tätig“, macht Runow den Status deutlich. Die Lehmkuhl-Schule als RBZ ist Mieter der Schule und erwirtschaftet ihre Erträge durch Schulkostenbeiträge.

„Technik ist teuer. Wir können als Berufsschule nicht an Modellen unterrichten, sondern müssen moderne Technik vorhalten, wie es sie auch in den Unternehmen gibt“, sagt Runow. Davon profitiere auch das technische Gymnasium. Als einen „Husarenstreich“ führt Runow für sich ins Feld, dass es gelang, die 2004 an Flensburg verlorene Berufskraftfahrerausbildung 2011 wieder an die Lehmkuhl-Schule zu holen. Durch diese 180 Schüler konnten die Schülerzahlen konstant gehalten werden. Mit 2900 Schülern ist die Walther-Lehmkuhl-Schule die größte Schule der Stadt. 132 Lehrkräfte unterrichten hier.

Im Ruhestand erhofft sich Udo Runow mehr Zeit für Caravan-Urlaube und die Enkelkinder Emmi (3) und Noah (3). Runow ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Und dann gibt es ja auch noch ein politisches Ehrenamt, das Udo Runow seit 1994 mit Stolz ausfüllt. Der Sozialdemokrat ist in fünfter Amtsperiode Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Bönebüttel. In die SPD trat er 1973 ein. „Das war der Willy-Brandt-Effekt“, sagt er.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 09:30 Uhr

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