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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

Prehnsfelder Weg : Vierter Aufschub für die Brücke

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bauarbeiten am Prehnsfelder Weg sollen nun erst Ende Juni fertig sein. Via Solutions räumt Planungsfehler ein.

Neumünster | Bisher war die Zurückhaltung groß, doch so langsam reißt der Geduldsfaden bei den betroffenen Bürgern: Das für den Ausbau der A7 zuständige Unternehmen Via Solutions hat den Termin für die Wiedereröffnung der Brücke Prehnsfelder Weg zwischen Wasbek und der Gartenstadt erneut um rund zwei Wochen verschoben. Statt wie bislang angekündigt Mitte Juni (der Courier berichtete) soll nun nach Auskunft von Sprecher Christian Merl voraussichtlich erst Ende Juni der Verkehr wieder rollen. Dann läge die Bauzeit bei genau einem Jahr.

Ursprünglich war die Freigabe schon für den 8. Januar geplant, drei Mal wurde der Termin bisher nach hinten gelegt. „Es gab planungstechnische Schwierigkeiten. Wir haben aber aus unseren Fehlern gelernt und die internen Prozesse neu aufgestellt“, bedauerte Merl gestern gegenüber dem Courier: „Wir können uns ob der Verzögerungen bei den Anwohnern und Nutzern nur wiederholt entschuldigen.“ Der Juni sei nun noch komplett nötig, um die Brücke an beiden Seiten an die Straße anzuschließen. Die Bauarbeiten liefen permanent weiter. „Als nächste Schritte stehen die Fertigung der Brücken-Kappen, Abdichtungs- und Asphaltierungsarbeiten sowie dann das Aufstellen der Geländer und Markierungsarbeiten an“, erklärte Merl. Er hofft, dass das Wetter mitspielt. „Wenn es im Juni drei Wochen ununterbrochen regnet, gibt es aber wieder ein Problem“, sagte er sicherheitshalber.

Das klinge schon ein wenig nach Hinhalte-Taktik, kritisierte Martin Kriese: „Es ist traurig, dass mal wieder ein Bauzeit-Versprechen in Neumünster nicht eingehalten wird, obwohl in diesem Fall die Stadt mal keine Schuld hat“, sagte der Stadtteilvorsteher der Gartenstadt genervt und mit einem kleinen Seitenhieb auf die Bauverwaltung im Rathaus. Kriese monierte die Informationspolitik von Via Solutions: „Erneut muss ich aus der Zeitung erfahren, dass sich die Freigabe verzögert. Das kann es doch nicht sein!“ Er forderte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras auf, sich einzuschalten, um weitere Verschiebungen zu verhindern. „Es ist zwar keine Hauptverkehrsstraße, aber viele Gartenstädter nutzen den Weg, um zum Beispiel zum Tierarzt, zum Einkaufen oder zum Golfplatz nach Aukrug zu kommen.“ Auch Wasbeks Bürgermeister Karl-Heinz Rohloff ist am Ende seiner Geduld. „Der jetzt angekündigte Termin sollte der letzte sein, sonst ist das alles nicht mehr so positiv“, sagte er. Vor allem die besonders betroffenen rund 100 Prehnsfelder würden die Umleitung über Wasbek, die B430 und den Ring nicht mehr lange akzeptieren. Grundsätzlich sei er erfreut, dass die Arbeiten auf der Autobahn zügig vorangingen und die Kommunikation bisher auch funktioniere. In Sachen Brücke Prehnsfelder Weg aber habe Via Solutions alles ausgereizt: „Da muss nun auch mal Schluss sein.“

 

Kommentar: Berlin lässt grüßen!

Da hat Neumünster also seinen Berliner Flughafen oder, wer es lieber mag, seine Hamburger Elbphilharmonie im Kleinen. Zumindest, was die Bauzeit angeht. Dass die Freigabe einer vermeintlich einfachen Brücke (voraussichtlich) doppelt so lange dauert wie vorgesehen, ist schon ein starkes Stück. Es sieht so aus, als hätten sich die Verantwortlichen gesagt, das kann warten, denn auf so einer Nebenstrecke werden die Proteste schon nicht so groß sein. Waren sie bisher auch nicht. Nun aber ist Schluss. Die Entschuldigungen von Via Solutions sind zur Kenntnis genommen und akzeptiert, jetzt müssen aber Taten folgen. Sonst droht ein Drama wie in Berlin.

 

 

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erstellt am 24.Mai.2016 | 07:30 Uhr

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