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Holsteinischer Courier

28. März 2017 | 14:13 Uhr

Hindenburg-Kaserne : Viele Interessenten für die alte Kaserne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gutachter muss seine Altlasten-Analyse des Geländes nacharbeiten / Die Stadt wartet ab

Neumünster | Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ist optimistisch, dass sie bald einen Käufer für  den noch brachliegenden Teil der ehemaligen Hindenburg-Kaserne vorstellen kann. „Inzwischen liegen wir im guten zweistelligen Bereich, was die Zahl der ernst zu nehmenden Kaufinteressenten angeht. Mit dem einen oder anderen Interessenten hat es auch bereits Besichtigungen gegeben“, teilt  die Bima auf Nachfrage mit.

Noch ist der  frühere Unterkunftsbereich der Kaserne  im Flächennutzungs-  und im Bebauungsplan der Stadt ein weißer Fleck. Die Stadt wünscht  sich auf dem rund 105000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Carl- und Färberstraße eine Nachnutzung im Bereich Wohnen, „nicht-störendes Gewerbe“, Dienstleistung oder auch Bildungseinrichtung. Ein Hochschulcampus war ebenfalls in der Vergangenheit an dieser Stelle schon im Gespräch. „Normalerweise stellen die künftigen Investoren einen schriftlichen  Antrag, auf dessen Grundlage wir dann in die politischen Gremien gehen“, sagt Ute Spieler, Fachdienstleiterin der Stadtplanung und Stadtentwicklung.  Als „unwahrscheinlich“ bezeichnet sie großflächigen Einzelhandel an dem Standort. Das würde dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept widersprechen. Veranstaltungs- oder Sportstätten wären zwar grundsätzlich denkbar, aber dabei müssten Schallschutz- und Verkehrsvorgaben eingehalten werden.

Der entscheidende Knackpunkt waren bislang immer die Altlasten im Boden, Stichwort Milzbrand. Hier hatte die Bima einen Gutachter beauftragt, der mittlerweile auch einen Ergebnisbericht vorgelegt hat. „Nach intensiver Prüfung des Berichtsentwurfes durch die Ordnungsbehörde bei der Stadt Neumünster sowie der Fachabteilung in unserem Hause ist man einvernehmlich zum Ergebnis gekommen, dass noch Nacharbeiten am Abschlussbericht erforderlich sind. Die daraus resultierenden Verzögerungen empfinden wir als äußerst unglücklich“, heißt es von  der Bima. Sobald der abschließende Bericht vorliegt – voraussichtlich im Sommer  –, soll es weitere Gespräche mit der Stadtplanung geben. Das Ziel: Möglichst noch in diesem Jahr soll die Kaserne  ganz offiziell vermarktet werden. Quadratmeterpreise sind noch nicht bekannt. „Im Ergebnis waren sich bisher alle einig, dass es sich bei der ehemaligen Kaserne um eine interessante Liegenschaft mit Entwicklungspotenzial handelt“, so die Bima. Allerdings galt im Rathaus lange die Einschätzung: Die Milzbrand-Sanierung ist dermaßen teuer, dass kein Investor eine  Kalkulation für ein Bauprojekt hinbekommt.

In einem Teil der Kaserne hat die Stadt  zwei Blöcke von der Bima kostenlos gemietet. Hier sollte ursprünglich ein „Zentrum für Flüchtlinge“ entstehen (der Courier berichtete).

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erstellt am 17.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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