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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Planungswerkstatt : Viele Ideen für eine lebenswerte Innenstadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

47 Teilnehmer sammelten am Sonnabend bei einer Planungswerkstatt Vorschläge für die Umgestaltung des Großfleckens / Fachdienst mahnt Politik, zügig Entscheidungen zu treffen

Neumünster | Die Stadt hatte am Sonnabend eine Planungswerkstatt im Museum Tuch + Technik angeboten und zur Bürgerbeteiligung eingeladen. 47 Neumünsteraner überlegten, wie sich die Innenstadt verändern könnte und sollte. Neben der Lüt-jenstraße, dem Kleinflecken und den Uferanlagen am Teich steht insbesondere der Großflecken im Fokus.

„Nach 25 Jahren gibt es Mängel auf dem zentralen Platz“, führte Stadtplaner Bernd Heilmann aus. Die Fugen der Pflasterung seien zum Teil zu breit. Das Begehen sei generell schwierig, insbesondere für Ältere und Menschen mit Gehbehinderungen. Frauen blieben nicht selten mit ihren Absätzen hängen. Weitere Probleme: Der Radfahrweg ist schlecht zu erkennen, führt nicht selten zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern. Auch das Überqueren der Straße stellt Leute, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, vor Herausforderungen.

Die Innenstadt soll lebenswerter werden. Nun waren die Besucher gefragt, in Gruppen Ideen zu sammeln. „Wir erwarten natürlich keine vollständige Ausführungsplanung, das ist auch gar nicht möglich. Wir erhoffen uns wertvolle Hinweise und Wünsche, was gewollt oder gar nicht gewollt ist“, sagte Anette Quast von der Agentur für Stadtentwicklung Tollerort. Zunächst wurden Stichpunkte an Themenwänden gesammelt. Die Themen Kultur / Miteinander, Grün- und Freiflächen, Gewerbe und Einzelhandel sowie Verkehr waren vorgegeben.

Cornelia Kühl aus Neumünster widmete sich mit anderen Teilnehmern erst einmal dem Verkehr. „Ich fahre täglich mit dem Fahrrad über den Großflecken zur Arbeit. Der Radweg muss unbedingt verändert werden. Er ist holprig. Außerdem muss sich jeder Radfahrer enorm konzentrieren, wenn der Großflecken stark frequentiert ist. Denn es kann jederzeit sein, dass plötzlich irgendjemand unachtsam den Weg kreuzt“, sagte sie.

Schließlich wurden sechs Gruppen gebildet, die an Planungs-Tischen ihre Ideen für die Innenstadt entwickelten. „Besonders erstaunlich ist, dass es bei sechs Gruppen so viele Ähnlichkeiten in den Plänen gibt, zum Beispiel die Etablierung von Gastronomie-Angeboten am Teichufer“, so Anette Quast. Ebenfalls oft gefordert: Die Lütjenstraße mit der Holstenstraße optisch zum Beispiel mit einem anderen Pflaster zu verbinden. Die Lütjenstraße sei hinter den Pavillons zu versteckt, waren sich die Teilnehmer einig. Eine bessere Erkennbarkeit des Radwegs wurde gefordert. Auch Überquerungshilfen für Fußgänger sahen alle Pläne vor. Elke Christina Röder, ehemalige Oberbürgermeister-Kandidatin, hatte das Wort für ihre Gruppe übernommen. Sie könne sich vorstellen, aus dem gesamten Großflecken einen so genannten „Shared Space“ (frei übersetzt: geteilter Raum) zu machen. Autos, Busse, Fußgän-ger, Radfahrer teilen sich den Raum. Regeln gibt es keine, gegenseitige Rücksichtnahme ist hier ein zwingendes Muss.

Einig waren sich alle Teilnehmer, die Multifunktionalität des Platzes zu erhalten, den Großflecken aber auch an Tagen, an denen dort keine Events oder Märkte stattfinden, sinnvoll zu nutzen. Von Kurzzeitparkplätzen war die Rede. Eine Gruppe wollte dort kostenlose Parkplätze vorhalten. Eine andere hielt 2,50 Euro je Viertelstunde für angemessen, um Dauerparker fernzuhalten. Festinstallierte Bühnen, eine unterirdische Fahrradgarage, Wasserspiele, Kinderspielgeräte an verschiedenen Stellen und viele Ideen mehr waren am Sonnabendnachmittag zusammengekommen.

„Im nächsten Planungs- und Umweltausschuss werden wir von dieser Veranstaltung berichten. Das verspricht noch einen spannenden Dialog bis ins nächste Jahr“, sagte Ute Spieler vom Fachdienst Stadtplanung. Sie mahnte aber in Richtung Politik: „Der ganze Prozess darf auf keinen Fall ewig dauern.“

Bei den Teilnehmern kam die Veranstaltung sehr gut an. „Bürgerbeteiligung ist sehr wichtig. Ich hoffe, dass die Politik auch etwas davon mitnehmen wird“, sagte Matthias Neumann, Inhaber der Stadtapotheke am Großfle-cken. Eine Dokumentation mit den Ergebnissen der Planungswerkstatt soll in den kommenden zwei bis drei Wochen erstellt und auch auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden.



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erstellt am 07.Nov.2016 | 06:30 Uhr

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