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Holsteinischer Courier

01. Juli 2016 | 15:31 Uhr

Tschernobyl-Kinder : Viele Helfer putzten und schrubbten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Fröbelschule wird wieder zum Erholungsheim für ukrainische Kinder. Weil deren Immunsystem schwach ist, muss alles extrem sauber sein.

Neumünster | Die Vorbereitungen laufen wie am Schnürchen: Sobald am Freitag die Schüler der Fröbelschule in die großen Ferien entlassen waren, startete hier postwendend der Umbau der Schule in ein Erholungsheim für krebskranke Kinder. Denn schon heute werden die kleinen Gäste aus der Ukraine anreisen, um sich in Neumünster in den kommenden vier Wochen von ihren Behandlungen zu erholen (der Courier berichtete). Bereits zum 24. Mal organisiert der Verein „Teestube David – unsere Hilfe zum Leben nach Tschernobyl“ diesen Aufenthalt für 25 Kinder aus verschiedenen Kliniken, um ihnen eine Anschlussheilbehandlung zu ermöglichen.

„So etwas gibt es in der Ukraine gar nicht. Auch alle Medikamente müssen dort von den Eltern bezahlt werden. Deshalb verkaufen sie in ihrer Not manchmal sogar ihre Möbel“, berichtet Chef-Organisatorin Eberhardine Seelig, die gemeinsam mit vielen Helfern für das Wohlbefinden der Kinder sorgt.

Um die Schule zu einem gemütlichen Heim auf Zeit zu machen, waren bereits am Freitagabend Helfer vom Deutschen Roten Kreuz angerückt, um Matratzen und Mobiliar zu liefern. Am Sonnabendmorgen rückte dann die Regieeinheit des Katastrophenschutzes an, um die Etagenbetten aufzubauen. Anschließend hieß es dann für das Helferteam wieder putzen, putzen, putzen. Denn jedes Teil, egal ob Tisch oder Stuhl, Glas oder Teller, wird noch einmal abgewaschen beziehungsweise desinfiziert. Noch einmal geschrubbt werden müssen aber auch alle Fußböden und die Turnhalle.

„Die größtmögliche Hygiene ist äußerst wichtig, da das Immunsystem der Kinder durch die Behandlungen mit Chemo- und Strahlentherapien stark geschwächt ist“, erklärte Eberhardine Seelig zum Aufwand des Großreinemachens.

Neben vielen langjährigen Helfern war erstmals auch Laura-Sophie Beckmann im Einsatz: Die Fröbelschülerin (14) hatte sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet. „Ich finde es wichtig, praktisch zu helfen und nicht nur zuzugucken“, sagte sie, bevor sie sich weiter mit großem Elan ihrer Aufgabe widmete und Betten bezog.

Damit die Kinder eine möglichst unbeschwerte Zeit in Neumünster verleben, sorgen die Helfer aber nicht nur für die Einrichtung: Sie bekommen auch beispielsweise Bademäntel, Kleidung und eigens in kyrillischer Schrift mit den Namen beschriftete Zahnbecher. Und gegen eventuelles Heimweh hilft (hoffentlich) ein liebevoll ausgesuchtes Kuscheltier.

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