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Holsteinischer Courier

25. Mai 2016 | 13:01 Uhr

Feuerwehr im Dauereinsatz : Verletzte Möwe begleitete Feuerwehrleute nach ihrer Rettung zum Brandeinsatz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Feueralarm reihte sich gestern Nachmittag für die Berufsfeuerwehr an den nächsten.

Neumünster | Einen solchen Nachmittag hat Einsatzleiter Stefan Hennig auch noch nie erlebt. Ein Feueralarm reihte sich gestern Nachmittag für die Berufsfeuerwehr an den nächsten. Deshalb musste eine verletzte Möwe an der Werderstraße zunächst lange auf ihre Rettung warten und, kaum war sie im Feuerwehrauto, auch mit zum nächsten Brandeinsatz.

Der Reihe nach: Schon am Vormittag gegen 9 Uhr mussten die professionellen Brandschützer ausrücken. Mit Verdacht auf Rauchvergiftung brachte der Rettungsdienst einen Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Färberstraße ins Krankenhaus. Nachbarn waren zuvor durch das Piepsen eines Rauchmelders aufgeschreckt worden und hatten Brandgeruch wahrgenommen. Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr brachen sie die Tür zur betroffenen Wohnung auf. Es stellte sich heraus, dass dort Essen auf dem Herd angebrannt war und zu der Rauchentwicklung geführt hatte. Die Feuerwehr musste nicht löschen. Es reichte aus, die Wohnung zu belüften. Der Einsatz, der zu einer Vollsperrung der Färberstraße führte, war nach rund 20 Minuten beendet.

Nach diesem „Vorgeschmack“ ging es um kurz vor 15 Uhr richtig los. Zunächst kam der Anruf von Passanten, die die am Flügel verletzte und flugunfähige Möwe an der Werderstraße meldeten. Ein Hilfeleistungs-Löschfahrzeug rückte dorthin aus. Die Feuerwehrleute mussten den ersten Einfang-Versuch allerdings nach wenigen Minuten wegen eines Alarms an der Geibelstraße 15 abbrechen. Auch dort hatten ein Rauchmelder und Brandgeruch Anwohner aufgeschreckt. „Auf der Fensterbank in einer Wohnung war eine Kerze abgebrannt und hatte die Fensterbank angekokelt. Die Mieterin war nicht vor Ort“, sagte Hennig. Es entstand nur geringer Sachschaden.

Auch der anschließende zweite Rettungsversuch der Möwe scheiterte. Um 15.47 Uhr löste die Brandmelde-Anlage des Hagebaumarktes an der Boostedter Straße aus. Vor Ort stellte sich heraus, dass eine Grillvorführung am verkaufsoffenen Sonntag die Ursache war. Gefahr für die Kunden bestand nicht.

Zurück an der Werderstraße gelang es schließlich, den Vogel einzufangen. Doch kaum war der im Auto, ging um 16.18 Uhr schon wieder der Alarm, diesmal hieß der Einsatzort die Straße Am Hohrkamp. Dort stand ein hölzerner Doppel-Carport zwischen zwei Einfamilienhäusern in Brand. Die Berufsfeuerwehrleute waren mit der Möwe an Bord so schnell zur Stelle, dass sie ein Übergreifen des Feuers auf die beiden Wohngebäude verhindern konnten. Die Fassade und der Dachüberstand des einen Hauses wurden leicht beschädigt, Menschen kamen nicht zu Schaden. Sicherheitshalber waren auch noch die Freiwilligen Feuerwehren aus Tungendorf-Stadt und Tungendorf-Dorf alarmiert worden. Zu Brandursache und Schadenshöhe konnte die Polizei gestern noch keine Angaben machen.

Nach diesem aufregenden Erlebnis war dann endlich Zeit, den „Patienten“ zu einem Tierarzt an den Wernershagener Weg zu fahren.


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erstellt am 21.Mär.2016 | 09:00 Uhr

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