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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 18:42 Uhr

Abschiedsrede : Uwe Döring: „Das Wohl der Stadt muss das Wichtigste sein“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Ende des öffentlichen Teils der Ratsversammlung am Dienstag trat der scheidende SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Döring (69) gegen 20.30 Uhr ein letztes Mal für eine persönliche Erklärung an das Rednerpult. „Niemand ist so schlecht wie sein Ruf und niemand so gut wie sein Nachruf“ – mit diesem Bonmot dankte er für die vielen warmen Worte und Geschenke zu seinem Abschied und bekannte: „Sie sehen mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen.“

Er gebe sein Mandat „für ein hochinteressantes Projekt ab, von dem ich hoffe, dass es Neumünster voranbringt“, sagte Döring. Der Tungendorfer hatte am Freitag – auch für viele Sozialdemokraten – überraschend bekannt gegeben, sich Mitte Mai von allen politischen Ämtern zurückzuziehen, um sich als Unternehmensberater mit ganzer Kraft dem Projekt eines Campusparks an der Memellandstraße zu widmen (der Courier berichtete).

Aber dann schrieb der Ex-Minister, der 1982 als bürgerschaftliches Mitglied im Wirtschaftsförderungsausschuss seine kommunalpolitische Karriere begonnen hatte, der Ratsversammlung doch noch einige geharnischte Ratschläge ins Stammbuch.

Wenn er die kommunalpolitische Arbeit von heute mit der vor 20 Jahren vergleiche, dann sei da schon ein Unterschied zu spüren, bekannte Uwe Döring. Der größte sei der zwischen Verwaltung und Selbstverwaltung/Ratsversammlung. „Die alte Magistratsverwaltung war besser. Das heutige Trenn-Modell hat zur Trennung geführt“, sagte Uwe Döring. Seine Warnung: „Wir sind auf einem gefährlichen Weg. Mein Eindruck ist, dass die Verwaltung die Selbstverwaltung als lästiges Übel sieht. Beschlüsse werden nicht ausgeführt. Auf der anderen Seite gibt es ein tiefes Misstrauen der Ratsversammlung gegenüber der Verwaltung.“

Seine Empfehlung: „Wir müssen wieder zueinander finden.“ Die Verwaltung müsse akzeptieren, dass Beschlüsse von der Ratsversammlung gefällt werden und höchste Priorität haben. „Beide müssen begreifen, dass wir nicht Regierung und Parlament spielen“, sagte Uwe Döring. Beide, Verwaltung und Ratsversammlung, seien Seiten derselben Medaille. Döring: „Das Wohl der Stadt muss dabei das Wichtigste sein.“

Für diese Abschiedsworte gab es den Applaus der gesamten Ratsversammlung.

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erstellt am 27.Apr.2016 | 12:30 Uhr

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