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Holsteinischer Courier

19. Januar 2017 | 03:22 Uhr

Verkehrsstatistik : Unfallzahlen auf Rekordhoch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Insgesamt neun Mal krachte es alleine an der Kreuzung Haart / Sachsenring. Die Unfallflucht nahm deutlich zu.

Neumünster | Die Zahl der Verkehrsunfälle in Neumünster hat im vergangenen Jahr eine neue Höchstmarke erreicht. Insgesamt fuhren Polizisten zu 2087 Einsätzen, das sind 167 oder knapp 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Verletzten stieg von 462 auf 534 (plus 15,6 Prozent) an, davon 46 Schwerverletzte. Im Landestrend lag die Steigerung nur bei 1,1 Prozent. Unfalltote gab es nicht.

Auf weitere markante Zahlen wiesen gestern Inga Näthke und Dieter Teetzen von der Verkehrsunfall-Abteilung der Polizei bei der Vorstellung der Verkehrsunfall-Statistik 2015 hin. So fiel der Anstieg der sogenannten qualifizierten, also polizeilich aufnahmepflichtigen Verkehrsunfälle gegenüber 2014 von 526 auf 587 (11,6 Prozent) deutlich auf. Während die Unfälle unter Alkoholeinfluss mit 38 auf den Vorjahresniveaus verharrten, überführten die Beamten insgesamt 101 Fahrer unter Drogeneinfluss, und damit 53 Prozent mehr als noch 2014. „Die Kollegen sind mittlerweile besser geschult und auch motiviert, darauf zu achten“, erklärte Inga Näthke. Und: Nach dem Tiefstand 2014 mit 55 Unfällen mit Kindern stieg diese Zahl im vergangenen Jahr wieder auf 78 an. Allerdings fuhren davon 24 Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren in einem Fahrzeug als Beifahrer mit.

Erschreckend hoch ist der Anstieg der Unfallfluchten von 638 auf 770. „Damit setzt sich die Tendenz der vergangenen Jahre fort. Es ist mittlerweile Tagesgeschäft, dass Leute nach einem Unfall einfach davonfahren, ohne sich darum zu kümmern. Werden die Flüchtigen gefasst, erklären sie oft, an ihrem Auto sei ja nichts weiter passiert“, sagte Inga Näthke kopfschüttelnd.

Erfreulich ist der Rückgang der Unfälle mit Radfahrern um 34 auf 140. Allerdings: In gut einem Drittel der Fälle befuhren die Radler die falsche Straßenseite. „Wir können nur immer wieder an die Vernunft appellieren. Ein Fahrradfahrer hat keine Knautschzone“, sagte Dieter Teetzen. Auch für die jetzt wieder verstärkt fahrenden Radrennfahrer gilt: Sofern ein Radweg da ist, müssen sie ihn auch benutzen, eine Beleuchtung mitführen und sich an die Straßenverkehrsordnung halten.

Gefährlichste Kreuzung im vergangenen Jahr war die Ecke Sachsenring/ Haart. Hier krachte es insgesamt neun Mal, in drei Fällen waren Radfahrer beteiligt. Zwei Menschen wurden schwer-, neun leichtverletzt. Acht Mal gab es Zusammenstöße an der Ecke Sachsenring/ Holsatenring/Boostedter Straße, auch hier drei Mal mit Radfahrern. Als Unfallschwerpunkte folgen die Kreuzungen Holsatenring/Wittorfer Straße (6) und Brachenfelder Straße/Marienstraße/ Ringstraße (6). Kurios: Im Einmündungsbereich Wittorfer zur Altonaer Straße wurde 2015 gleich 16 Mal der Richtungspfeil samt Verankerung von Auto- und Lkw-Fahrern umgefahren. Der Sachschaden ging damit in die Tausende.

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erstellt am 27.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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