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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 13:38 Uhr

Verdachtsfall in Neumünster : Trinkwasser: Keim-Alarm beim SV Tungendorf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei einer Routinekontrolle am Süderdorfkamp wurden erhöhte Koloniewerte entdeckt. Das Gesundheitsamt reagierte.

Neumünster | Der Trinkwasser-Alarm vom August in ganz Neumünster und vielen Umlandgemeinden ist noch in frischer Erinnerung. Jetzt gibt es einen neuen Verdachtsfall beim Sportverein Tungendorf. Am Süderdorfkamp wurden bei einer Routinekontrolle auffällige Werte festgestellt. Das Gesundheitsamt ordnete an: „Das Trinkwasser darf bis auf Weiteres nur abgekocht getrunken werden. Der Kontakt mit offenen Wunden sollte vermieden werden.“

Lars Boden ist bei den Stadtwerken der Bereichsleiter Wasser und relativiert: „Wir haben beim SVT festgestellt, dass dort Koloniezahlen in erhöhter Zahl vorliegen. Das ist ein Indiz, aber noch kein Beleg für mögliche coliforme Keime.“ Die Stadtwerke nahmen am 18., 21. und dann täglich seit Montag bis Donnerstag Proben am Süderdorfkamp. Außerdem wurde der Bereich entlang der Trinkwasserleitung nach Tungendorf-Dorf untersucht, und es wurden auch am Wasserturm, am Alsenplatz vor dem SVT-Vereinsgelände und am Tasdorfer Weg dahinter Proben gezogen.

Bislang waren alle bisher analysierten Proben nach dem ersten auffälligen Wert ohne positiven Befund. „Nach so einem Verdachtsfall müssen drei weitere aufeinander folgende Proben ohne Befund sein. Dann kann Entwarnung gegeben werden“, erläutert SWN-Sprecherin Angelika Schiffer das Vorgehen und rechnet für spätestens Montag mit der abschließenden Analyse. Thomas Reinert ist der Beauftragte für die Liegenschaften beim SVT und nennt das Vorgehen des Gesundheitsamtes „völlig okay. Das dient schließlich unser aller Gesundheit.“

Laut SWN-Bereichsleiter Lars Boden treten solche Verdachtsfälle immer mal wieder auf und können unterschiedliche Ursachen haben. Die Fehlerquelle könne in der Installation des Verbrauchers liegen, aber auch ein Wassereinbruch im Netz sein. Boden: „Trinkwasser ist von den Grenzwerten her das am besten untersuchte Lebensmittel in Deutschland.“ Angelika Schiffer ordnet es ein: „Der Keimwert in einer Mineralwasserflasche darf zehn Mal, der von Speiseeis sogar 100 Mal höher liegen als beim Trinkwasser aus der Leitung.“

Der aktuelle Verdachtsfall beim SVT habe nichts mit der verkeimten Filteranlage zu tun, die im August den Großalarm auslöste. Der Riesel-Filter werde immer noch gespült und sei noch nicht wieder am Netz. Die Stadtwerke haben in der verkeimten Anlage  die als Filter dienenden Plastikkugeln und Einspritzdüsen ersetzt und alles desinfiziert.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 08:15 Uhr

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