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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 22:14 Uhr

Tierheim : Tierschutzverein: „Will die Stadt uns zerstören?“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Diskussion um das Tierheim geht weiter. Der Verein möchte es wieder eröffnen.

Neumünster | Der Tierschutzverein könnte die Tierauffangstelle umgehend zu neuem Leben erwecken und möchte das auch. „Wir gingen davon aus, dass die Auffangstelle nur vorübergehend geschlossen sein würde. In den vergangenen Wochen wurde geputzt, geräumt und gepinselt, auch von ehrenamtlichen Helfern“, teilt die Vorsitzende Gisela Bünz mit. Es sei noch nicht allen Mitarbeitern gekündigt worden, und eine neue Leiterin stehe in den Startlöchern, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gisela Bünz reagierte damit auf einen Courier-Bericht vom vergangenen Sonnabend. Darin war Stadtsprecher Stephan Beitz so zitiert: „Die Stadt sieht zurzeit in punkto Tierheim keinen Handlungsbedarf. Der Tierschutzverein muss sich melden, wenn er die Mängel beseitigt hat und erneut den Antrag auf das Betreiben des Tierheims stellt. Das ist bislang nicht passiert.“ Gisela Bünz widerspricht: „Wir haben zweimal um einen Gesprächstermin gebeten, einmal telefonisch und dann zum 21. September schriftlich über ein Anwaltsbüro. Wir haben leider keine Antwort bekommen. Auf eine Petition unserer Mitglieder an den Oberbürgermeister wurde auch nicht reagiert.“

Nach Auffassung der Vorsitzenden sind die Mitglieder des Tierschutzvereins verunsichert und enttäuscht. „Will die Stadt unseren Verein zerstören? Es ist ein offenes Geheimnis, dass es schon einen Wunschkandidaten als neuen Betreiber geben soll“, schreibt Gisela Bünz in der Pressemitteilung.

Der Verein habe jahrzehntelang für die Stadt gearbeitet. Nur durch die Beiträge, Spenden und Erbschaften der Mitglieder sei es möglich gewesen, „mit dem geringen jährlichen Zuschuss der Stadt eine Tierauffangstelle zu betreiben“. Die von der Stadt nun geforderten Hausaufgaben, zu der auch bauliche Maßnahmen gehören, könne der Verein nicht allein leisten. Bünz: „Zumal wir anscheinend damit rechnen müssen, dass ein anderer Verein ins gemachte Nest gesetzt wird.“

Die Tierauffangstelle ist seit fünf Wochen auf Anordnung der Stadt geschlossen, weil dort einige Punkte seit Jahren nicht zur Zufriedenheit der Amtstierärzte laufen. Eine Leitung gäbe es derzeit aber ohnehin nicht, weil die letzte Chefin, Dr. Stephanie Jette Uhde, Mitte September nach nur zehn Tagen aufgegeben hatte (der Courier berichtete). „Ich habe keinen Rückhalt im Verein. Wenn mich mein eigener Arbeitgeber nicht respektiert, sind mir die Hände gebunden“, sagte die Tierärztin gegenüber dem Courier.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 09:00 Uhr

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