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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 03:35 Uhr

Tierheim-Schliessung in Neumünster : Tierische Zöglinge müssen vermittelt werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wenn nach Ablauf der Frist noch Fundtiere in der Tierauffangstelle Neumünster sind, droht der Umzug nach Kiel.

Neumünster | Auch wenn die Tierauffangstelle seit fast zwei Wochen geschlossen ist, herrscht ein reges Treiben hinter den Kulissen. Mitarbeiter schleppen Decken und Katzenkratzbäume, um sie zu sortieren oder zu reinigen, ein Handwerker schleift Käfiggitter ab, es wird geputzt und aufgeräumt. Bisher ist noch nicht klar, ob das Tierheim nach Ablauf der von der Stadt gesetzten Frist geschlossen bleibt. Eins ist sicher: Die hier noch untergebrachten Tiere sollen möglichst schnell und in gute Hände vermittelt werden, um ihnen den eventuellen Umzug ins Kieler Tierheim zu ersparen. Der Holsteinische Courier präsentiert diese Hunde und Katzen für seine Leser.

„Es geht allen Tieren gut, eigentlich sogar besser denn je, denn wir haben ja keinen laufenden Betrieb. Sie werden umhegt und betüttelt“, sagt Gisela Bünz, Noch-Vorsitzende des Tierschutzvereins. Die 73-Jährige hat angekündigt, auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung nicht wieder zur Wahl zu stehen. Die Tiere werden alle regelmäßig ausgeführt; um besonders schwierige Fälle kümmern sich die Tierpfleger besonders. „Es ist wichtig, dass die Tiere Kontinuität erfahren, immer dieselbe Person sehen und dieselbe Stimme hören. So fassen sie Vertrauen und erkennen, dass sie sich auf die Menschen verlassen können“, sagt Tierpfleger Frank Schmidt. Vier Hunde und acht Katzen sind es noch, die vermittelt werden sollen. Weitere Katzen sind bereits reserviert oder warten auf ihre neuen Besitzer.

Der größte und auffälligste Hund ist Paul, ein vier Jahre alter Labrador-Hovawart-Mischling. „Er hat ein gutes Wesen, ist liebenswürdig, fröhlich, verspielt“, sagt Tierpfleger Schmidt. Das Team nennt Paul einen „Schoßhund im XL-Format“, weil er quasi am liebsten bei seinen Vertrauenspersonen auf den Arm möchte. Er habe ein problemloses soziales Verhalten, sei zutraulich und auch sichtlich verschmust. Bei so vielen positiven Eigenschaften fragt man sich, warum Paul im Tierheim ist – es gab vermutlich Missverständnisse. „Seine Familie gab ihn ab, war überfordert. Er wurde vermittelt, aber dann wieder zurückgegeben, weil er angeblich geschnappt hatte“, sagen die Tierheim-Betreuer.

War es die neue Umgebung, die Paul verunsicherte? „Dieser Hund braucht Zeit und viel Zuwendung, er hat durchaus Temperament, zeigt sich auch zuerst dominant. Er muss beschäftigt und ausgepowert werden, dann gibt sich das – Paul braucht sportliche Menschen. Und er will nicht allein sein. Seine Menschen müssen Hunde-Erfahrung haben, er braucht eine feste Bezugsperson“, sagt Schmidt. Bei Begegnungen mit Artgenossen sollten Pauls neue Besitzer vorsichtig und abwartend agieren, denn Paul zeigt durchaus, dass er ein selbstbewusster Rüde ist.

Hinter jedem Fund- oder Abgabetier steckt eine Geschichte, das machen auch die hier vorgestellten Tiere deutlich. Trennung oder Krankheit sind oft der Grund, warum die Vierbeiner im Tierheim landen.

Bei fast jedem Tier gibt es Eigenarten zu bedenken; jeder, der sich für ein Tier interessiert, sollte sich vorher gut überlegen, ob er genug Zeit hat, um sich beispielsweise mit einem Hund richtig zu beschäftigen. Auch der finanzielle Aspekt sollte bedacht werden – Kosten für Futter, Tierarzt oder weiteres.

Das Tierheim hat für Interessenten dienstags bis freitags von 15 bis 17 Uhr, sonnabends/sonntags 10 bis 12 Uhr geöffnet. Mehr Infos im Internet unter www.tierauffangstelle.de.

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erstellt am 23.Aug.2016 | 08:15 Uhr

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