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Holsteinischer Courier

26. September 2016 | 14:16 Uhr

Tierheimschliessung : Tierheim: Überbrückung klappt gut

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Tierhilfe und Kieler Tierheim-Leiterin sind zuversichtlich / Einige Tiere haben gesundheitliche Probleme / Gute Zusammenarbeit mit Veterinären

Neumünster | Das Tierheim ist seit dem vergangenen Mittwoch geschlossen (der Courier berichtete). Doch das jetzige Provisorium mit der Unterbringung der herrenlosen Tiere in Kiel ist keine Dauerlösung. Darin sind sich alle Beteiligten einig.

„Jetzt ist der Tierschutzverein gefragt. Die aktuelle Situation ist unglücklich, eine Stadt in der Größenordnung wie Neumünster braucht eigentlich ein vernünftiges und leistungsfähiges Tierheim. Kiel kann nur eine Übergangslösung sein“, erklärte Stadtsprecher Stephan Beitz. Das Provisorium mit Tierhilfe und Kieler Tierheim klappt allerdings bisher reibungslos. Beitz: „Die Veterinäraufsicht sagt, dass die Zusammenarbeit mit beiden Partnern außerordentlich gut und transparent ist.“

Seit dem 3. August hat die Stadt aufgrund einer langen Mängelliste die Führung des Tierheims untersagt. Als Mängel listete die Stadt unter anderem die mangelnde Qualifikation des Personals, einen nicht den Vorschriften entsprechenden Rahmenhygieneplan, grundlegende umfangreiche hygienische Mängel in einigen Räumlichkeiten, fehlende Dokumentationen des Tierbestandes, bauliche Mängel und die nicht korrekte Vermittlung von Tieren auf.

Die komplette Erstaufnahme von gefundenen, abgegebenen oder verletzten Tieren hat seitdem der Verein Tierhilfe übernommen. „Ich habe auch schon zwei Anrufe nachts bekommen. Es ist gewährleistet, dass die Tiere innerhalb von einer halben Stunde tierärztlich versorgt werden“, sagt Susanne Eckmann, die Vorsitzende der Tierhilfe an der Plöner Straße. Sie bescheinigt den Tierärzten eine „super tolle Zusammenarbeit“, auch an den Wochenenden.

Etwa 45 Tiere sind seitdem bei der Tierhilfe aufgelaufen. „Wenn sie einen Chip hatten, landeten viele schnell wieder bei ihren Haltern. Wir posten Tiere innerhalb von 30 Minuten auf Facebook. Oft werden sie wenig später abgeholt“, sagt sie. Ihre dringende Bitte: „Halter sollten unbedingt ihre Tiere chippen und sie beim Haustier-Register Tasso speichern lassen.“ In der Tierhilfe engagieren sich etwa 15 Aktive: „Bisher wuppen wir das ganz gut, dauerhaft aber nicht.“

Die Tiere, die nicht von ihren Haltern abgeholt werden, fährt die Tierhilfe nach Kiel. Elisabeth Haase, Leiterin des Kieler Tierheims, hat nachgezählt: Seit dem 5. August kamen über die Tierhilfe 16 Katzen und ein Kaninchen. Der Tier-Restbestand der Auffangstelle umfasste 15 Katzen, ein Kaninchen und den Hund Paul. „Einige Katzen waren gesundheitlich nicht in einem optimalen Zustand, sie hatten Ohrmilben, halbwüchsige Katzen mussten aufgepäppelt werden“, sagt Elisabeth Haase. Paul, der eher ein Hovawart- statt ein Retriever-Mischling sei, werde durchaus als problematisch eingestuft. Viele Katzen seien bereits vermittelt; Interessierte fänden den Weg nach Kiel, stellt sie fest. Die landesweiten Kastrationsaktionen hätten außerdem die Anzahl der Fundkatzen und Katzenkinder reduziert. Die Menge der Tiere aus Neumünster mache bisher keine Probleme: „Bisher haben wir das ganz gut hingekriegt. Wir müssen schauen, wie schnell eine Lösung gefunden wird. Ich kann mir vorstellen, dass das länger geht. Unser Vertrag mit der Stadt Neumünster läuft bis Ende des Jahres. Für 2017 muss unser Verein das genehmigen“, sagt die Kieler Tierheimleiterin.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 08:15 Uhr

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