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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 21:26 Uhr

Anscharstrasse : Textilfabrik wird für die AJZ saniert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die CDU scheiterte mit ihrem Antrag auf Abriss der sogenannten Ribsteinhalle und dem Neubau eines Jugendzentrums.

Neumünster | Die frühere Textilfabrik an der Anscharstraße 8-10 („Ribsteinhalle“) wird für die Aktion Jugendzentrum und Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft hergerichtet. Das beschloss die Ratsversammlung am Dienstag mit 21 zu 15 Stimmen bei einer Enthaltung. Die Kommunalpolitiker gaben damit auch die Baukosten von 2,65 Millionen Euro frei.

Die CDU war zuvor mit ihrem Antrag gescheitert, die Halle nicht zu sanieren, sondern abzureißen und einen Neubau für die AJZ zu errichten. Der solle inklusive der Abriss- und Nebenkosten nicht mehr als 1,5 Millionen kosten, so der Vorstoß der Christdemokraten. Im Neubau sollte nach diesem Vorschlag kein Platz für Kreativfirmen sein. Diese könnten vielmehr in den vielen leer stehenden Läden im Vicelinviertel unterkommen, so die Idee. „In abbruchreife Immobilien noch Geld zu investieren, ist nicht verantwortbar“, plädierte die CDU-Bauexpertin Helga Bühse für einen Neubau. Um Städtebaufördermittel zu erhalten, sei lediglich der Rahmenplan zu ändern. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras bestätigte: „Nach einer Änderung der Rahmenplanung ist der Neubau eines reinen Jugendzentrums nach unserer Meinung förderfähig.“

Die SPD sprach sich strikt gegen diese Überlegungen aus. „Wir stehen dem vollkommen entgegen und sagen, das Gebäude ist erhaltenswert und passt ins Viertel als eines der letzten Zeugnisse der Industriekultur“, sagte Ratsfrau Franka Dannheiser. Man wolle auch nicht die Kinder und Jugendlichen vor den Kopf stoßen, die am Entwurf mitgearbeitet haben.

CDU-Fraktionschef Gerd Kühl sprach sogar von „Bauschutt, der uns vor die Füße fallen kann“, und sagte voraus, dass die veranschlagten Kosten vermutlich gar nicht ausreichen würden. Kühl: „In einem Jahr sagt die Verwaltung: ‚Wir benötigen nochmal einen Nachschlag‘“. Er brachte erneut den Vorschlag ins Spiel, die Stadtbücherei gemeinsam mit der AJZ in einem modernen Gebäude unterzubringen. „An der Wasbeker Straße zahlen wir jedes Jahr 200  000 Euro Miete. Wenn wir das Geld für einen Neubau von 1,5 Millionen ausgeben, ist das sinnvoll“, so Kühl. Es sei das gute Recht der CDU zu sagen, dass man mit einem Vorschlag nicht einverstanden sei und eine billigere Lösung vorschlage.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Volker Andresen zeigte sich enttäuscht. „Vorhin war das Haus noch abbruchreif, jetzt ist es schon Bauschutt“, so Andresen. Die Aktion Jugendzentrum und die Kreativwirtschaft unter einem Dach seien doch gerade der Reiz des Entwurfs. Andresen: „Das ist ein gutes Konzept.“

Hans Heinrich Voigt von den Grünen nannte es überfällig, der Vorlage der Verwaltung zuzustimmen. „Unverständlich, dass die CDU jetzt mit unrealistischen Vorschlägen kommt. Das dient alles der Verzögerung“, sagte er. 2011 habe die Stadt das Gebäude gekauft, 2014 das Grundkonzept beschlossen – „auch mit den Stimmen der CDU“, so Voigt.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 08:15 Uhr

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