zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 02:17 Uhr

SWN : Testbericht: In Neumünster gibt es jetzt W-Lan im Bus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Bus in der Stadt hat jetzt ein W-Lan. Der Courier hat es zwischen Bahnhof, Gartenstadt und Tierpark getestet.

Neumünster | Seit Anfang Oktober testen die Stadtwerke (SWN) in einem der Linienbusse das drahtlose Surfen im Internet. Der Bus wird wechselnd auf allen Linien in ganz Neumünster eingesetzt und soll im Echtbetrieb zeigen, ob und wie das kostenlose W-Lan funktioniert. Courier-Mitarbeiterin Judith Szislo hat zwischen Bahnhof, Gartenstadt und Tierpark den Check gemacht, wie das schnelle Netz funktioniert. Hier ist ihr Bericht.

Öffentliches W-Lan hält oft weniger, als die Anbieter versprechen. Wenn es überhaupt funktioniert, ist es oft umständlich einzurichten und meistens ohnehin sehr langsam. Filme bei Netflix gucken? Meistens gar nicht erlaubt. Videos auf Youtube ohne Störungen schauen? Fast unmöglich.

Im SWN-Bus bin ich überrascht: Ich schalte das W-Lan ein, und prompt erscheint das Netz „SWN2GO“ auf dem Display. Ein Tipp, und ich gelange zur Anmeldeseite. Dort folgt ein weiterer Click, den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) muss ich noch zustimmen, und dann kann es losgehen.

Das W-Lan ist sofort stabil. Ich kann online den Courier lesen, surfen, auf Facebook Neuigkeiten verfolgen und sogar ruckelfrei Videos bei Youtube schauen. SWN-Projektleiter Christian Baumgart erklärt mir, dass ein Router im Bus das Netz erzeugt und für eine konstante Verbindung sorgt. Das Tempo ist mit einem normalen DSL-Anschluss vergleichbar. Stimmt: Die Internetseiten sind innerhalb von zwei Sekunden geladen. Ich bin beeindruckt, damit hätte ich nicht gerechnet.

„Wenn man einmal die AGBs akzeptiert hat und sich damit angemeldet hat, wird man innerhalb der nächsten 48 Stunden automatisch wieder erkannt. Wenn Sie morgen wieder in den Bus steigen, müssen Sie sich nicht nochmal anmelden. Gestern hatten wir einen Dauergast: Jemand war für vier Stunden registriert“, erzählt Christian Baumgart weiter. Wie viele Runden der Dauergast wohl mit dem Bus gefahren sein muss, möchte ich lieber nicht nachrechnen.

Dafür unterhalte ich mich mit Niklas Grewe aus der Marketing-Abteilung der SWN. Er erklärt mir, dass ab Montag speziell geschulte Mitarbeiter im W-Lan-Bus an bestimmten Tagen zum Einsatz kommen werden: „Die Mitarbeiter sollen auf das Angebot aufmerksam machen und den Fahrgästen beim Anmelden helfen“.

Niklas Grewe zeigt die Jacke der Mitarbeiter. Hinten hängt das W-Lan-Plakat.
Niklas Grewe zeigt die Jacke der Mitarbeiter. Hinten hängt das W-Lan-Plakat. Foto: Judith Szislo

Derzeit hängen im Bus lediglich zwei Plakate, die die Fahrgäste auf das kostenfreie Netz hinweisen. „Zu wenig“, findet auch der Busfahrer Stefan Schlesener: „Vielleicht sollte man es mehr plakatieren, um Fahrgäste darauf aufmerksam zu machen.“

Stefan Schlesener ist Busfahrer bei den SWN und ist den W-Lan-Bus als einer der Ersten gefahren. Er selbst nutzt das Angebot allerdings wenig.
Stefan Schlesener ist Busfahrer bei den SWN und ist den W-Lan-Bus als einer der Ersten gefahren. Er selbst nutzt das Angebot allerdings wenig. Foto: Judith Szislo
 

Er selbst nutze das W-Lan in den Pausen eher wenig, wenn er es überhaupt nutze, sagt er. Während der Bus seine Runde dreht, teste ich weiter: Problemlos lasse ich mich von Videos und Nachrichten unterhalten und rufe nebenbei meine E-Mails auf. Theoretisch ist es sogar möglich, Filme zu streamen und zu schauen.

Die Stadtwerke haben aber einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen: „Wer rechtswidrige Sachen in unserem Netz anschaut, hat mit Konsequenzen zu rechnen. Es können Handys wiedererkannt und Nutzer ausgeschlossen werden“, erklärt Christian Baumgart. Die Zahl der Nutzer hat natürlich Auswirkungen auf die Surf-Geschwindigkeit: „Wenn viele Fahrgäste das Netz nutzen, ist es natürlich langsamer. Bis jetzt ist eine Datenbegrenzung nicht notwendig, aber wir sind ja noch in der Testphase. Im Echtbetrieb muss man da eventuell tätig werden!“, erklärt er. Bei einer erfolgreichen Testphase wird laut SWN ab 2017 mit der Umrüstung des gesamten Fuhrparks begonnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen