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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 15:35 Uhr

Theaterprogramm : Terror und Flucht als Bühnenstoff

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Theatersaison 2016/17 bietet eine spannende Mischung / Abo-Verkauf läuft bereits / Extra-Theater für junges Publikum

Neumünster | Was ist ein Menschenleben wert? Darf ein Pilot ein Flugzeug mit 167 Menschen abschießen, um einen Terroranschlag mit Tausenden von Opfern zu verhindern? „Terror“ heißt das Stück, das eines der medienbeherrschenden Themen dieser Zeit widerspiegelt. Auch Flucht, Vertreibung und Medienkritik sind brisanter Stoff für die Theatersaison 2016/2017, deren Höhepunkte Sünne Höhn vom Kulturbüro gestern vorstellte.

Das „Terror“-Drama ist das erste Bühnenstück des als „Schiller der Gegenwart“ gelobten Ferdinand von Schirach und hat einen besonderen Clou: Zur Halbzeit darf das Publikum abstimmen, wie sich der Pilot moralisch verhalten soll, es wird zum Schöffengericht. „Das Stück ist bereits bei 30 Bühnen deutschlandweit gebucht“, sagt Sünne Höhn. Beunruhigend aktuell ist die „Rückkehr in die Wüste“: Eine algerische Frau will sich rächen – in Frankreich, von wo sie vertrieben wurde.

Insgesamt lockt die Saison mit allem, was das Theatergänger-Herz begehrt: Spannendes, Unterhaltsames, aber auch Mahnendes, Schockierendes und Ungewöhnliches. Dazu gehören das Maskentheater „Teatro Delusio“, das mit seinen Pappmaché-Figuren ohne Sprache auskommt und weltweit auf Tournee ist. „Er ist wieder da“ dreht sich um Hitler (Christian Bader) und den Medienzirkus, der „Weihnachtshasser“ persifliert den Konsumwahn um das Fest. Spezielle Gäste sind neben Bader auch Matthieu Carrière als Ehefrauenmörder, der seine Freunde in die Bredouille bringt („Unsere Frauen“), und Sabine Kaack im aberwitzigen Stück um männliche Torschlusspanik („Der letzte der feurigen Liebhaber“).

Musikalisch gibt es diverse Leckerbissen wie das „Arcos Orchestra New York“ als eines der weltbesten seiner Art, das vielfarbige Konzert von „Yxalag und die Klezmer Tales“ und die „Shakespeare Dreams“ des Pindakaas-Saxophon-Quartetts. Die Sparte Musiktheater lockt mit Klassischem („Maria Stuarda“), dem Westside-Story-Kult, großen Frauenfiguren wie der Ehebrecherin Anna Karenina und der Protagonistin Hedda Gabler. Speziell für Kinder konzipiert ist „Der Junge mit dem Koffer“ des zahlreich ausgezeichneten Autoren Mike Kenny, der die abenteuerliche Flucht des Jungen Naz und seine Desillusionierung von einem Leben im Wohlstand schildert. Im Toleranz-Lehrstück „Was das Nashorn sah“ stehen Tiere als Stellvertreter für Ideologien. Werkinfos bei den Abos „Sprachgewalt“ und „Textsicher“ gibt es eine Dreiviertelstunde vor Beginn im Foyer.

Kleiner Wermutstropfen: Im Bereich Schauspiel sind die Preise aufgrund gestiegener Produktionskosten um Beträge zwischen 1 und 10 Euro erhöht. Der Abo-Verkauf läuft bereits; der freie Verkauf startet am 5. September (Tel. 9 42 33 16 /E-Mail: kulturbuero@neumuenster.de). Im Internet: www.neumuenster.de/kultur.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 10:00 Uhr

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