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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 10:42 Uhr

Tierpark : Süße Tierkinder in vielen Revieren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Tierpark gibt es reichlich Nachwuchs bei Seehund, Nasenbär & Co. / Am Sonntag startet eine besondere Führung

Neumünster | Als die Shetlandstute Lotte ihr Fohlen warf, rechneten die Tierpfleger im Tierpark ungläubig nach. Denn vor elf Monaten war der Hengst „Dr. Wurzel“ im Alter von 36 Jahren gerade eingeschläfert worden. „Das hatten wir dem alten Herrn nicht zugetraut, aber er hat es nochmal geschafft. Wir hatten Lotte erstmal auf Diät gesetzt, als sie immer dicker wurde“, sagte Tierpark-Chefin Verena Kaspari gestern schmunzelnd.

Noch einige der vielen Tierkinder im Tierpark haben potente alte Väter. Denn auch Seehund Bonny (Jahrgang 1989) hat gleich zweimal zugeschlagen: Seehündin Lotte warf im Juli ein Männchen, Artgenossin Eicke ein Weibchen. Letzteres lebt mit ihrer Mutter in einem Extra-Becken: „Zum Trinken müssen die Jungen ans Land, das schaffte die Kleine aber nicht. Außerdem ist Eicke fast blind und erkennt ihr Kind im großen Becken nicht so gut“, erklärte Verena Kaspari. Doch das Kleine wurde mit Fischbrei zugefüttert und erfreut sich inzwischen bester Gesundheit.

Stolz ist die Tierpark-Chefin auf den Alpengams-Nachwuchs: „Es ist gar nicht einfach, die richtigen Partner zu finden, und die Kitze sind empfindlich.“ Das Kitz heißt nach ihrer Namenspatin, der Travestiekünstlerin Olivia Jones. „Da ist unsere Revierleiterin Ines Petersen draufgekommen. Das Kitz hatte seine wilden fünf Minuten. Ines fand, es war so bekloppt wie Olivia Jones.“ Die Sängerin fand das witzig und will „ihr“ Kitz besuchen.

Süßen Nachwuchs gibt es auch bei den Alpenmurmeltieren, bei den Fischottern, beim Damwild, bei den Polarfüchsen und bei den Wildschweinen. Munteres Gewusel herrscht bei den Nasenbären: Gleich zehn Jungtiere hüpfen mit dem typisch langen, erhobenen Schwanz durch ihr Gehege. Sie erkunden, was in den Spiel-Futter-Kartons ist und bieten einen lustigen Anblick. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: „Nasenbären stehen auf der Liste der invasiven Arten. Das ist die vorerst letzte Nachzucht, denn alle Männchen sind jetzt chemisch kastriert. Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht und wer die Kosten trägt. Es gibt Ämter in anderen Städten, die haben bereits angeordnet, diese Tiere zu töten. Das ist krass“, sagt Verena Kaspari ernst.

Mehr über die vielen Tierkinder erfahren Besucher am Sonntag, 7. August, auf der nächsten Führung. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr vor der Elchterrasse. Der Eintritt (9 Euro, Kinder 5 Euro) muss entrichtet werden, die Führung selbst ist kostenlos.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 08:45 Uhr

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