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Polizeiliche Kriminalstatistik : Straftaten sind zurückgegangen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Innenstadt wurden die meisten Fälle registriert.

Neumünster | Die Polizei in Neumünster kann mit ihrer Arbeit zufrieden sein. Das zeigen die jüngsten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2016. Gestern wurden die Ergebnisse von Kriminaldirektor Thomas Wolff, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion, vorgestellt. So sind die registrierten Straftaten um 16,6 Prozent auf 14  525 Taten (2015: 17  418 Taten) zurückgegangen.

Rechnet man aus dem Gesamtpaket die Straftaten nach dem Asylverfahrensgesetz und Ausländergesetz, die aufgrund der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber stets in Neumünsters Statistik auftauchen, heraus, so ergibt ich immer noch ein leichter Rückgang um 0,9 Prozent. Denn die Taten sanken von 9254 (2015) auf 9170 (2016). „Ein Wert knapp über 9000 Taten hat sich über Jahre eingependelt und wird wohl erst mal so ähnlich bleiben“, so Wolff.

Im Vergleich mit den größeren Städten im Land nimmt Neumünster den dritten Platz ein. Nach Flensburg mit 12  785 und Lübeck mit 11  860 Straftaten auf 100  000 Einwohner kommt Neumünster mit 11  578 Taten. Die Stadt Kiel folgt mit 10  519 Taten auf 100  000 Einwohner. „Neumünster hat viel Durchlaufverkehr, das gilt auch für Straftäter“, erklärte der Polizeidirektor dazu.

Auch mit der Aufklärungsquote zeigte sich Wolff zufrieden. Zwar scheint sie auf den ersten Blick leicht gesunken zu sein (von 77,2 Prozent in 2015 auf 73,8 Prozent in 2016). Doch sobald auch hier die Straftaten nach dem Ausländerrecht – meist geht es um illegale Einreise – herausgerechnet werden, ist ein leichter Anstieg
der Aufklärungsquote von 57,2 Prozent auf 58,5 Prozent zu verzeichnen. Im Landesschnitt (54,5 Prozent) stehen die Neumünsteraner Ermittler damit gut da.
 Die meisten Straftaten ereigneten sich – ähnlich die im vergangenen Jahr – mit rund 2400 Fällen wieder in der Innenstadt. „Im Zentrum sind besondere Tatgelegenheiten. Da kommt es zu Ladendiebstählen oder nach Kneipenbesuchen zu Streit und Körperverletzungen“, nennt Thomas Wolff Beispiele. Dass Ruthenberg mit 4200 Fällen zahlenmäßig in die Höhe schnellt, liegt ausschließlich an den bereits erwähnten Straftaten nach dem Ausländerrecht, die in der Erstaufnahme am Haart registriert wurden. „Die Menschen in Ruthenberg leben sicher. Das haben wir untersucht“, so die Polizei.

Ein Schwerpunkt der Arbeit hat sich offenbar gelohnt: So sank die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle stark von 333 auf 260 Taten, das sind 22 Prozent. Damit ging das landesweite Gesamtkonzept mit verdeckter Polizeiarbeit, schneller Auswertung der Daten, Prävention und Kontrollen offenbar auch für Neumünster auf. Dieser Ansatz soll in Zukunft weiter verfolgt werden. „Ein Einbruch verunsichert die Opfer stark. Das ist unsere Triebfeder, hier weiterhin einen Schwerpunkt zu setzen“, so Wolff. Diebstähle insgesamt reduzierten sich 2016 von 4272 auf 3862 Taten.

Die Sexualdelikte gingen von 80 Taten in 2015 auf 73 in 2016 leicht zurück. Davon waren 6 Fälle Vergewaltigungen (2015: 8) und 16 Fälle sexueller Missbrauch von Kindern (2015: 18).

Ein starker Anstieg wurde hingegen bei Widerstandsdelikten verzeichnet. Sie stiegen von 30 auf 47 Fälle (56 Prozent). Eine Zunahme wurde auch bei den sogenannten Rohheitsdelikten verzeichnet. Von 1389 Taten stieg die Zahl auf 1480 Fälle (6,6 Prozent). Das gilt insbesondere für Raubtaten (plus 8,9 Prozent).

Leicht rückläufig war die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen. Sie sank von 13,7 Prozent auf 13,1 Prozent. Besonderes Augenmerk wollen die Ermittler dennoch auf jugendliche Intensivtäter haben. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen stieg – ohne Einbeziehung des Ausländerrechts – um 3,2 Prozentpunkte auf 32,5 Prozent (von 1111 in 2015 auf 1331 in 2016).

Standpunkt: Die Polizei hat solide gearbeitet

Die Zahlen belegen es: Die Polizei hat solide Arbeit vorgelegt und die richtigen Schwerpunkte gesetzt.  Insbesondere die Delikte, die die  Neumünsteraner stark verunsichern, wurden angepackt – und sollen auch weiter im Fokus der Arbeit stehen. So wird bei  Einbrüchen in privaten Wohnraum zurzeit keine Mühe und Arbeit gescheut, um den Tätern möglichst das Handwerk zu legen.  Für besonders komplexe Ermittlungen – wie den Raub von Einfeld –  wurde sogar  ein besonderes Sachgebiet ins Leben gerufen.  Außerdem kümmern sich die Ermittler weiterhin   um jugendliche Intensivtäter – und investieren damit quasi in die Zukunft. Das ist der richtige Weg.

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 18.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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