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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 23:00 Uhr

Stadtentwicklung : Stoverweg: Streit um Aldis Baupläne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

A+B-Center will geplanten Auszug des Discounters nicht einfach hinnehmen / Center-Betreiber befürchtet Nachteile für den Standort

Neumünster | Neubaupläne von Aldi am Stoverweg  könnten – ohne das Zutun des Discounters – zu einem handfesten Krach zwischen der Stadt und dem Betreiber  des A+B-Centers führen. In einem Brief an die Stadt drohen dessen Rechtsanwälte jetzt mit Klage, sollte die Stadt den Bau eines neuen Aldi-Marktes innerhalb des Sondergebietes am Stoverweg genehmigen. In der Stadtverwaltung zeigt man sich unbeeindruckt.

Von Anfang an: Weil die Geschäfte im umgebauten A+B-Center besser als gedacht laufen, möchte Aldi am Standort gern erweitern. Weil das unter dem Dach des A+B-Centers nicht möglich ist, hat der Discounter sich ein Grundstück vis à vis des Centers an der Baeyerstraße  gesichert. Auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Areal  etwa zwischen dem Sonderpostenmarkt und dem am Stoverweg  liegenden Pfandkredithaus will ein Hamburger Projektentwickler für Aldi einen 1600 Quadratmeter großen Markt mit rund 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen – etwa ein Drittel größer als der bisherige Markt im A+B-Center.

 Die Stadt hat keine Einwände gegen das Projekt und will das Sondergebiet  am Stoverweg um  das  östlich der Baeyerstraße liegende Gelände erweitern,  um den neuen Markt genehmigen zu können. Die Stadt stützt sich dabei auch auf gutachterliche Aussagen aus dem Entwurf für das neue Einzelhandelskonzept (EHK),  das derzeit die politischen  Gremien durchläuft und als Richtschnur für die Steuerung des Einzelhandels in der Stadt gilt.

Danach ist die   Verlagerung und Erweiterung  des bestehenden Aldi-Marktes an einem angrenzenden Standort unbedenklich, wenn im Gegenzug für das A+B-Center „die sortimentsbezogenen Verkaufsflächenobergrenzen konkretisiert werden“, wie es im Gutachten  etwas kompliziert heißt. Ein Halbsatz, der beim Betreiber des A+B-Centers, der Hahn Fonds und Asset Management aus Bergisch Gladbach,  offenbar alle Alarmklingeln schrillen ließ.

Zwar versichert die Stadtplanung in der Begründung zum Aufstellungsbeschluss, die Sortimentsfestsetzungen für das A+B-Center sollten sich am Bestand orientieren und moderate Erweiterungsspielräume zulassen, aber den  Centerbetreibern reicht diese unverbindliche Zusage offenbar nicht aus. Sie befürchten massive Nachteile  und eine „Entwertung des Grundbesitzes“, wie es in einem Schreiben an die Stadt heißt: Bereits der Auszug von Aldi aus dem Center führe zu erheblichen Umsatzeinbußen für den Edeka-Markt. Eine Nachnutzung des bisherigen Aldi-Marktes durch eine Erweiterung des Edeka-Marktes oder andere Fachmärkte sei zur Sicherung des Standortes  unverzichtbar. Eine Einschränkung des Sortiments  – wie von den Autoren des EHK empfohlen – auf nicht-zentrenrelevante oder nicht-nahversorgungsrelevante Sortimente sei daher nicht hinzunehmen, mahnen  die Rechtsanwälte.

Das Thema steht am 7. Juli in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses auf der Tagesordnung.

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erstellt am 29.Jun.2016 | 08:15 Uhr

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