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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 15:43 Uhr

Flüchtlingszentrum : Start verschiebt sich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt wartet noch auf die Zusage, dass der Bund 2,3 Millionen Euro in das Gebäude der ehemaligen Hindenburg-Kaserne investiert

Eigentlich sollte am 1. Januar der Betrieb starten, doch daraus wird nichts. Die Stadt hat die Eröffnung des Zentrums für Flüchtlinge (ZFF) in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne auf ein unbestimmtes Datum in der ersten Jahreshälfte 2017 verschoben. Das teilte Thorben Pries, Büroleiter von Oberbürgermeister Tauras, gestern mit. Als Grund nannte er die noch fehlende Zusage des Bundes für die Investitionskosten von 2,3 Millionen Euro.

Die Stadt rechnet ab dem kommenden Jahr mit jährlich rund 1000 Flüchtlingen, die untergebracht werden müssen. Eigentlich sollten bis zu 80 von ihnen zunächst im ZFF unterkommen. Pries: „Wir erstellen nun Listen und sind auf der Suche nach Wohnungen, um die Flüchtlinge direkt zu vermitteln.“ Trotz des knappen Angebots am Markt (der Courier berichtete) ist Pries zuversichtlich, die Situation zu meistern. „Im Zweifel werden wir auch Monteurswohnungen anmieten“, sagte er.

Der Mietvertrag zwischen der Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin des ZFF wurde in der vergangenen Woche unterzeichnet. Die Stadt mietet für null Euro die ehemaligen Kasernen-Gebäude 1 und 2. Dabei ist das Gebäude 1 Reserve, das ZFF kommt im Gebäude 2 unter. Hier sollen auf 1900 Quadratmetern Nutzfläche in drei Etagen 40 Zimmer zwischen 17 und 25 Quadratmeter Größe für Flüchtlinge entstehen. Im Erdgeschoss ist ein Verwaltungstrakt für die Migrationsberatung, das Jobcenter und weitere Dienstleistungen geplant. So laufen derzeit Verhandlungen mit dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus über eine regelmäßige Sprechstunde.

2003 wurde das Gebäude zuletzt von den Feldjägern militärisch genutzt. Im Rahmen des Bundesprogramms „Kaserne 2000“ entkernten Bauarbeiter noch die Räume. Doch dann endete das Programm, in den vergangenen Jahren passierte nichts. „Es muss Vieles getan werden, im Lärm-, im Schall- und im Brandschutz“, teilten Claus-Peter Hillebrand und Berthold Heitker vom Fachdienst Gebäudewirtschaft gestern mit. Zudem soll ein Zaun um das 7350 Quadratmeter große Außengelände gezogen werden. Die Kosten soll der Bund übernehmen, denn die Stadt hat kein Geld. „Wir haben die Ausschreibungen für die Handwerker soweit vorbereitet. Wenn die Investitionskostenzusage vorliegt, kann es sofort losgehen. Trotzdem schaffen wir es nicht mehr in diesem Jahr“, sagte Thorben Pries.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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