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Klaus-Groth-Schule : Starke Darbietung mit vielen Facetten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Klaus-Groth-Schüler präsentierten ein selbstverfasstes Theaterstück, das sich an Dramen von William Shakespeare orientiert.

Neumünster | Dass Sprache ein unheimliches Instrument ist, mit dem Realitäten und Machtverhältnisse geschaffen werden können, zeigten Schüler der Klaus-Groth-Schule mit ihrer pfiffigen Szenencollage „Shakespeare-Macht-Theater“. An zwei Abenden hat der Kursus Darstellendes Spiel des 11. Jahrgang insgesamt etwa 100 Zuschauern sein selbstverfasstes Theaterstück präsentiert, das sich an Dramen des englischen Dichters William Shakespeare (1564-1616) orientierte.

„Shakespeare ist aktueller denn je, Machtgier ist ein brisantes Thema“, sagte Lehrerin Inga Hilscher. So pickten sich die angehenden Abiturienten aus den Dramen „Romeo und Julia“, „Macbeth“ und „Der Kaufmann von Venedig“ Szenen heraus, die sie umgeschrieben und auf Facetten der Macht zugeschnitten haben. Die Macht der Liebe, der Religion, des Willens, der Worte und der Lüge werden explizit dargestellt. Schön ist, wie Shakespeare selbst auftaucht, sich in seine von ihm zum Leben erweckte Julia verliebt und als Machthaber über seinen Text über ihre Zukunft bestimmen kann.

Und natürlich bekamen auch Wladimir Putin und Donald Trump als aktuelle Inbegriffe von Autokraten ihr Fett weg. Der US-Präsident und seine Schöpfung von „alternativen Fakten“ passte auch deswegen so gut in den Reigen der Machtmöglichkeiten, weil das deutlich macht, dass Sprache die Wahrnehmung der Gegenwart leitet.

„Mir war wichtig, den Schülern einen modernen Theaterbegriff zu vermitteln. Reduziertes kann viel effektvoller sein als ein großes Bühnenbild“, sagte Inga Hilscher. Die Umsetzung war gelungen, das gut einstündige Stück bot eine Vielfalt der Darstellungen. So gab es pantomimische Szenen, Tanzeinlagen, Darstellungen mit und ohne musikalische Begleitung. Die Kostümierung beschränkte sich erfreulicherweise auf schwarze und weiße Kleidung, über Klimbim musste keiner der in vielen Fällen mit den Darstellern verwandten Zuschauer ein freundliches Auge zudrücken.

„Es hat total Spaß gemacht, ich bin in der Rolle des Puck total aufgegangen. Schwierig war, seine spielerische Leichtigkeit zu zeigen, ohne hektisch zu wirken“, sagte Hannah Burmeister (16). Inga Hilscher war sehr zufrieden: „Das Projekt hat im November begonnen, viel Zeit hatten wir nicht. Aber unter Druck entstehen Diamanten.“

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