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Holsteinischer Courier

26. März 2017 | 05:33 Uhr

Städtische Gesellschaften : Stadtwerke bringen am meisten ein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die vorläufigen Jahresergebnisse 2016 und Wirtschaftspläne 2017 zeigen, wer die Gewinn- und Verlustbringer sind.

Neumünster | Das höchste Jahresergebnis aller städtischen Tochtergesellschaften und Beteiligungen verzeichnen einmal mehr die Stadtwerke (SWN). Das Versorgungsunternehmen liegt mit einem vorläufigen Jahresergebnis von 8,7 Millionen Euro allerdings eine Million Euro unter dem Ansatz für 2016. Der Grund sind sinkende Margen im Energiegeschäft.

Die Zahlen und Einschätzungen sind in den Wirtschaftsplänen zu finden, die am 14. März den Hauptausschuss und am 4. April die Ratsversammlung beschäftigen. Die Aufstellung zeigt: Es gibt Gewinn- und Verlustbringer. Auch unter dem Dach der Stadtwerke-Beteiligungen gibt es mit SWN Bäder und Freizeit (-3,97 Millionen Euro) und SWN Verkehr (-3,66 Millionen Euro) deutlich defizitäre Unternehmen. Dieser steuerliche Querverbund sei möglich und politisch gewollt, sagt SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt. Es gebe auch bei den SWN Bereiche, die andere durch ihre Gewinne mitfinanzierten. „In Neumünster kann man weder das Bad am Stadtwald noch den öffentlichen Busverkehr mit Gewinn betreiben“, so Schmidt. Die Eintrittspreise im Bad müssten astronomisch hoch sein. Schmidt: „Für die öffentliche Daseinsvorsorge halten wir die Stadt von Verlustbringern frei und entlasten so den Stadtsäckel.“

Was bei SWN im Konzernverbund passiert, macht die Stadt bei anderen Töchtern, etwa der Wirtschaftsagentur, mit direkten Betriebszuschüssen. Das Minus der WA liegt mit 562  000 Euro sogar unter Plan. „Die Gesellschaften erfüllen vielfältige, wichtige Funktionen für die Stadt, und das soll gut und möglichst wirtschaftlich erfolgen. Betriebszuschüsse bei manchen Beteiligungen dienen dazu, dass der Unternehmenszweck wahrgenommen werden kann“, erklärt Kämmerer Oliver Dörflinger.

Mit 611  000 Euro liegt das Ergebnis beim FEK sogar um mehr als 50 Prozent über Plan. Auch die städtische Wobau (811  000 Euro) wirtschaftet im Plus. Die drei Regionalen Berufsbildungszentren lieferten erfreuliche Zahlen, denn die Defizite fielen mit 2,13 Millionen Euro deutlich geringer aus als geplant (3,86 Millionen Euro).

Für die Holstenhallen liegen noch keine vorläufigen Zahlen für 2016 vor. Geplant war hier ein negatives Ergebnis von 1,84 Millionen Euro, das 2017 auf 1,79 Millionen Euro sinken soll. „Die Holstenhallen als Messe- und Hallenbetrieb arbeiten wirtschaftlich gut und haben ein ausgeglichenes Ergebnis“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Döring und nennt als „Hauptverlustbringer die Stadthalle“. Aber das sei politisch so gewollt. Die Stadt habe vor 21 Jahren Schulden für den Bau der Stadthalle auf die Holstenhallen-GmbH übertragen. Seitdem tragen die Holstenhallen den Kreditdienst und tilgen die Schulden.

Die kleinste Beteiligung der Stadt ist ein Geschäftsanteil im Wert von 205 Euro an der Volksbank. Hier stimmt die Rendite: Die Bank zahlt 6 Prozent Dividende.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 09:00 Uhr

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