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Holsteinischer Courier

24. März 2017 | 23:08 Uhr

Strassenbaubeiträge : Stadtteilbeiräte sehen sich bei Straßenkategorien ausgebremst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viele Anregungen aus den Stadtteilen fanden keine Berücksichtigung

Neumünster | Die Verwaltung hat in einer neuen Liste alle Straßen der Stadt in die Kategorien Hauptverkehrsstraße, Haupterschließungs- und Anliegerstraße eingestuft. Dabei zeigt sich, dass viele Anregungen aus den Stadtteilbeiräten keine Berücksichtigung finden. Das kann für die Anlieger teuer werden. Wenn Beiträge beim Straßenausbau drohen, ist die Kategorie eine wichtige Preisfrage: In Hauptverkehrsstraßen müssen die Anwohner 35 Prozent der Kosten zahlen, in Haupterschließungsstraßen 55 Prozent, in reinen Anliegerstraßen aber 85 Prozent.

In Einfeld hatte der Stadtteilbeirat vorgeschlagen, die Einfelder Straße zwischen Einfelder Schanze und Dorfstraße als Hauptverkehrsstraße zu deklarieren. „Viele Lkw nutzen die Straße, um Richtung Loop weiterzufahren. Dies entspricht auch der Beschilderung“, sagt Stadtteilvorsteher Sven Radestock. Die Verwaltung lehnt eine solche Einstufung ab und möchte jetzt sogar „prüfen, ob die Wegweisung nach Loop zukünftig über die Kieler Straße und die Dorfstraße erfolgen kann“. Radestock: „Wie weit ist da der Schreibtisch von der Realität entfernt?“ Niemand könne erwarten, dass Fahrzeuge diesen Schlenker über zwei Bahnübergänge machen.

Auch in Tungendorf wurden alle Vorschläge abgelehnt. „Dass auf der Vogelbeer- und Kastanienallee der Bus fährt, spielt für die Verwaltung anscheinend keine Rolle, für den Stadtteilbeirat schon“, sagt dessen Vorsitzender Jürgen Böckenhauer. Der Beirat hatte angeregt, diese Straßenabschnitte von Anlieger- zu Haupterschließungsstraßen hochzustufen.

In Faldera mag Hans-Georg Stanull nicht nachvollziehen, dass Linienbusse „nach Ansicht der Rechtsprechung ausdrücklich zum Anliegerverkehr“ zählen sollen. So jedenfalls argumentiert die Stadt. Viel Verkehr ist für sie kein Argument. Deswegen soll der Pestalozziweg in Brachenfeld Anliegerstraße bleiben. Die Schulen und das Haus Berlin seien beitragspflichtige Anlieger der Straße. Stadtteilvorsteher Uwe Holtz vermag das nicht einzusehen und plädiert sogar „grundsätzlich dafür, dass Straßenbaubeiträge ganz abgeschafft werden“.

In der Böcklersiedlung ist Rolf Schaks froh, dass die Stadt im Neubaugebiet Fritz-Klatt- und Marie-Carstens-Straße den Empfehlungen des Beirats folgt. Bei der Schubert- und Mozartstraße ist das anders. Sie sollen nach Ansicht der Verwaltung Anliegerstraße bleiben, obwohl der Beirat auf den Verkehr zu den Schulen hinweist. Die Verwaltung argumentiert anders: Die Schubertstraße sei „nach dem planerischen Willen“ eine reine Anliegerstraße. Vereinzelter Schleichverkehr ändere daran nichts. 

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erstellt am 08.Mär.2017 | 09:11 Uhr

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