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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 21:31 Uhr

Ratsversammlung : Stadt prüft neues Sanierungsgebiet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Städtebauliche Entwicklung im „Stadtteil West“ soll forciert werden

Neumünster | Die Ratsversammlung hat am Dienstag einen ersten Schritt dazu gemacht, die städtebauliche Entwicklung im „Stadtteil West“ weiter voranzutreiben. Das Gebiet zwischen Roonstraße im Norden, Färberstraße/Bahnhofstraße im Osten, Schleusberg/Bahntrasse nach Kiel im Süden und Falderapark im Westen hat seit 2008 den Status als Stadtumbaugebiet.

Jetzt soll geprüft werden, ob sich durch förmliche städtebauliche Sanierungsmaßnahmen die Ziele nicht besser und schneller erreichen lassen. Hintergrund: Verhandlungen mit den Akteuren am Wohnungsmarkt über Modernisierungen, aber auch den Abriss leer stehender Blocks haben nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt. Nur wenige private Eigentümer hätten bislang Gebäudemodernisierungen umgesetzt.

Auf der anderen Seite müssten Pläne für den Rückbau und Abriss von Wohnungen angesichts des wahrscheinlichen Zuzugs von Migranten und Flüchtlingen ab 2017 ganz neu betrachtet werden.

Die Ratsversammlung sagte jetzt einstimmig Ja zu vorbereitenden Untersuchungen und zur Beteiligung der Grundeigentümer. Auf Antrag von CDU-Ratsfrau Helga Bühse soll das Gebiet im Norden jedoch ausgeweitet werden und auch Gebiete nördlich der Roonstraße umfassen, etwa die Memellandstraße. Franka Dannheiser (SPD) regte sogar an, die Linie bis zur KSV-Halle am Hansaring zu ziehen. Dannheiser: „Auch dort ist großer Sanierungsstau.“

Ein Thema im Rat war auch der Stadtentwicklungsbericht 2016. „Wenn man den Armutsbericht oder die Prognos-Studie betrachtet, zeigt sich, wie wichtig das ist“, sagte Axel Westphal (SPD). Er nannte das Integrierte Stadtentwicklungskonzept eine Chance, gemeinsam Visionen und Ziele zu entwickeln. Er hoffe, dass Neumünster dann im Prognos-Zukunftsatlas wieder einige Ränge gutgemacht habe.

Zur Kenntnis nehmen musste die Ratsversammlung auch, dass dem Verein Freies Radio Neumünster Räume im künftigen AJZ-Domizil an der Anscharstraße 8-10 nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt werden dürfen, wie das auf SPD-Antrag im Februar beschlossen worden war. Das Gebäude liegt in einem Sanierungsgebiet und wurde mit Städtebaufördermitteln gekauft. Die Stadt dürfe deshalb im Teil, der als Gewerbefläche für die Kultur- und Kreativwirtschaft vorgesehen ist, nicht auf Einnahmen verzichten.

SPD-Fraktionschef Volker Andresen zeigte sich überrascht. Sein Lösungsvorschlag zur Rettung des Projekts: Die Stadt nimmt Miete, die dann aber wieder erstattet wird. Andresen: „Beim Sport machen wir das ja auch so.“ 

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erstellt am 09.Jun.2016 | 08:00 Uhr

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