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Anklage in Neumünster : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Ex-Schüler vom Olympiastützpunkt

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Ein Schwimmer und ein Badminton-Spieler sollen einen jüngeren Schüler gequält haben. Es wurde auch Anklage erhoben.

Hamburg | An einem Elite-Internat des Olympiastützpunktes Hamburg soll ein Nachwuchsathlet mehrere Monate lang von zwei anderen Schülern durch Schläge, Misshandlungen und Demütigungen gequält worden sein. „Es wird gegen zwei ehemalige Schüler des Internats ermittelt“, sagte die Leiterin des Stützpunkts, Ingrid Unkelbach, am Donnerstag. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Die Taten sollen sich im zweiten Halbjahr 2015 und im Januar 2016 ereignet haben.

Die Vorwürfe seien zunächst am Olympiastützpunkt Hamburg bekannt geworden, seither bemühe sich das dort ansässige Internat zusammen mit Behörden und den betroffenen Sportverbänden um Aufarbeitung, sagte Unkelbach. „Das Ganze hat sich schon etwas früher angedeutet. Wir hatten zuvor schon Anzeichen von Mobbing beobachtet und darauf erzieherisch eingewirkt“. Als sich unser Verdacht im Januar 2016 erhärtete, haben wir die beiden mutmaßlichen Täter im Sinne des Opferschutzes suspendiert.“ Zudem habe die Internatsleitung die Eltern der Beschuldigten sowie das Hamburger Jugendamt informiert. Die Mutter des mutmaßlichen Opfers habe dann Anzeige gegen dessen ältere Mitschüler erstattet.

Der 14-Jährige besucht weiterhin das Internat, während einer der Beschuldigten weiterhin Trainingseinrichtungen am Olympiastützpunkt nutzt. „Wir haben da keine Handhabe“, sagte Unkelbach über den 18-jährigen Schwimmer. Auch wenn der Beschuldigte nicht mehr das Internat besuche, habe er als Mitglied des Schwimm-Kaders weiterhin Anspruch, am Olympiastützpunkt zu trainieren. Der 19-Jährige, der sich vor dem Amtsgericht Neumünster verantworten muss, trainiere mittlerweile in Saarbrücken im Saarland. Die beschuldigten Sportler sollen laut „Bild“-Zeitung zu möglichen Kandidaten für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zählen.

Zuständig sind in dem Fall zwei Staatsanwaltschaften aus SH, weil bei Heranwachsenden das Wohnort- und nicht das Tatortprinzip gilt. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft, in deren Bezirk der Verdächtige gemeldet ist.

Im Nachgang zu den erhobenen Vorwürfen hat der Olympiastützpunkt einen Richtlinien-Katalog erstellt, in dem denkbare Vergehen aufgenommen wurden. Der Katalog wird vor der Aufnahme eines Schüler an ihn verschickt, seine Eltern müssen unterschreiben.

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erstellt am 02.Mär.2017 | 12:13 Uhr

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