zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 07:16 Uhr

Boostedt : Spiel der Flüchtlinge wühlt auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

200 Schüler erleben in der Erstaufnahmestelle reale Geschichten von der Flucht.

Boostedt | Mit dem Theaterstück „Ich - Flüchtling“ erlebten rund 200 Schüler der zehnten und elften Jahrgänge der Freiherr-vom-Stein-Schule, der Gemeinschaftsschule Boostedt und der Alexander-von-Humboldt-Schule sowie die Auszubildenden der Firma Danfoss schockierende Bilder, aufwühlende Szenen und reale Flüchtlingsgeschichten. Dazu eingeladen hatte der DRK-Betreuungsverein in das ehemalige Offizierskasino in der Boostedter Erstaufnahmestelle.

Regisseur Uwe Dag Berlin und Dramaturgin Claudia Steinseifer erarbeiteten mit Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan und dem Jemen die eindringlichen Sequenzen, in denen die Darsteller ihre persönlichen Geschichten erzählten und über ihre heutige Situation berichteten. So wurde unter anderem die Flucht von Husein Darwich aus Syrien in Szene gesetzt, der als vierfacher Familienvater zwei Jahre lang keine Gewissheit darüber hatte, ob seine Familie noch lebt. Und die 25-jährige syrische Studentin Elina Mohamed erzählte ihren Traum von einer Zukunft ohne Angst und Verfolgung. Aufgezeigt wurde auch der Weg des 16-jährigen Schülers Ebrahim Hussain aus Damaskus, der in Deutschland seinen Schulabschluss machte und dessen Ziel es ist, Profifußballer zu werden.

Begleitet wurden die Akteure dabei vom Schauspieler und Musiker Filip Grujic, der insbesondere in seiner Rolle als bulgarischer Wachmann den Zuschauern eine wahre Gänsehaut über den Rücken laufen ließ. Zur Aufführung gehörte außerdem ein Film, der in schonungslosen Bildern von Bombenangriffen und terroristischen Übergriffen zeigte, was Menschen dazu bringt, auf der verzweifelten Suche nach Sicherheit ihre Heimatländer ohne Hab und Gut zu verlassen und sich in die Hände mörderischer Schlepperbanden zu begeben.

Am Ende erhielt die Gruppe für ihr intensives Spiel lautstarken Applaus und auch in der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass diese Begegnung bei den Zuschauern einen bleibenden Eindruck hinterließ.

„Ich - Flüchtling“ entstand in Kooperation mit dem Theater Kiel und mit der Unterstützung der Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten in Kiel. Das Projekt wird zudem von der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein gefördert. Als Wandertheater für Schleswig-Holstein ist das Stück über Ute Kohrs, Tel. 0431/9  88  58  80, weiterhin zu buchen.  




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen