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Holsteinischer Courier

24. Mai 2016 | 13:48 Uhr

OB-Wahlen : SPD-Kandidatin wirbt mit Erfahrung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kreisparteitag will Elke Christina Roeder (47) als rote Chefin im Rathaus. Einstimmiges Votum für selbstbewusste Herausforderin.

Neumünster | Zum Schluss gab es Blumen in den Farben der Stadt und ein strahlendes Lächeln der Kandidatin: Mit 86 von 87 möglichen Stimmen (eine Enthaltung) nominierte die SPD am Mittwochabend Elke Christina Roeder (47) als ihre Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl am 10. Mai kommenden Jahres.

Die Wahl selbst war zwar nach ihrer öffentlichen Präsentation durch die Parteispitze vor gut einer Woche keine wirkliche Überraschung mehr, aber mit Spannung verfolgten die Delegierten des eigens zur Kandidatenkür einberufenen Parteitags, welchen Rückhalt „die Neue“ bekommen würde. „Einstimmig, alle Achtung!“, zollten Parteifreunde unmittelbar nach der Abstimmungsbekanntgabe dann auch ihren Respekt, bevor sie im Restaurant der Holstenhallen in den Applaus der gut 100 SPD-Anhänger einstimmten.

Offenbar hatten nicht alle mit einem so glatten Start der Kandidatin gerechnet. Immerhin hatte sie bislang nur wenige Tage Zeit, sich an der Basis bekannt zu machen und die wichtigen Neumünsteraner Themen zu studieren.

Das hinderte die Juristin und Bankkauffrau allerdings nicht an einer durchaus selbstbewussten Vorstellung. Offensiv warb sie mit ihren wirtschaftlichen Kenntnissen und ihren Verwaltungserfahrungen, die sie in acht Jahren als Bürgermeisterin des niedersächsischen Kurstädtchens Bad Pyrmont gesammelt hat. Und sie präsentierte sich als zäh, hartnäckig und teamorientiert; eine Zählkandidatin will sie nicht sein: „Wir treten an, um zu gewinnen“, sagte sie nach ihrer Wahl und rief die Parteifreunde zur Unterstützung auf: „Ich brauche eure Hilfe!“

In ihrer Antrittsrede kam die Kandidatin gänzlich ohne Attacken gegen Amtsinhaber Dr. Olaf Tauras aus, sie konnte aber dennoch klarmachen, dass sie vieles anders machen will. Statt nur zu verwalten, gelte es, Neumünsters Potenziale zu heben, kündigte die Kandidatin für den Fall ihrer Wahl an: Die große Stärke von Neumünster liege in der zentralen Lage, sagte sie. Allerdings reiche es nicht, nur der Metropolregion Hamburg beizutreten, man müsse den Hamburger Unternehmen auch klarmachen, dass und mit welchen Vorteilen sie in Neumünster erweitern können.

Bei der Vermarktung des Gewerbegebietes Nord sollte die Stadt „nicht nur auf den Preis schielen“, riet die OB-Kandidatin. Viel wichtiger sei es, Unternehmen zu gewinnen, die ein wiederkehrendes Gewerbesteueraufkommen und „vernünftige Arbeitsplätze“ garantierten. Im Kampf gegen die zu hohe Arbeitslosigkeit Neumünsters gelte es aber auch, die heimische Wirtschaft nicht zu vernachlässigen, machte Roeder klar: „Wir müssen Bedingungen schaffen, dass bereits ansässige Firmen erweitern können. Das sichert und schafft gute neue Arbeitsplätze!“

Nachholbedarf sieht die Kandidatin aber auch im Sozialbereich: „Wir wollen, dass die Menschen in ihren Stadtteilen in ihrem gewohnten Umfeld selbstbestimmt alt werden können.“ Nach den Krippen- müssten jetzt auch die Kitaplätze für Drei- bis Sechsjährige ausgebaut werden, forderte Roeder.

Klare Worte gab es auf Nachfrage aus dem Plenum auch zum Umgang mit den Rechtsradikalen: „In der Auseinandersetzung mit den Neonazis muss sich die Oberbürgermeisterin an die Spitze der Bewegung setzen“, sagte die Kandidatin. Dafür bekam sie von den Parteifreunden einen Extra-Applaus.

 

Kommentar

Guter Start

 Okay,  ein alle überzeugendes Wahlkonzept der OB-Kandidatin war das noch nicht. Wie auch für jemanden, der gerade erst begonnen hat, die Probleme Neumünsters zu studieren. Um so bemerkenswerter der Abstimmungserfolg von Elke Christina  Roeder auf dem Parteitag. Diejenigen, die sie  schon kennengelernt haben, scheinen ihr  viel zuzutrauen.

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erstellt am 21.Nov.2014 | 06:30 Uhr

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