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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Polizeibericht : So lief die Festnahme in Wittorf ab

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei dem spektakulären Einsatz kam es auf Sekunden an.

Neumünster | Nach der spektakulären Festnahme von drei Männern in Wittorf laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Neumünsteraner (24, 29 und 45) waren den Ermittlern vor einer Woche am späten Abend ins Netz gegangen, als sie offenbar gerade in das Haus eines älteren Ehepaars einbrechen wollten. Polizei und Staatsanwaltschaft rechnen dem Trio auch den brutalen Raub auf ein Rentnerpaar in Einfeld am 21. Juni in Einfeld zu. Sie erwarteten die Drei bereits am neuen Tatort (der Courier berichtete).

Laut Polizeisprecher Rainer Wetzel schweigen die Tatverdächtigen, die zurzeit in Untersuchungshaft sitzen, nach wie vor zu den Vorwürfen. Weitere Einzelheiten nannten die Ermittler gestern auf Nachfrage nicht. „Die Beweismittel, die bei den Wohnungsdurchsuchungen gefunden wurden, werden jetzt ausgewertet“, erklärte Birgit Heß, Leiterin der Kieler Staatsanwaltschaft. Ob nach dem nächtlichen Zugriff auch Beute aus dem Einfelder Raub entdeckt wurde, blieb offen. Bei der Gewalttat am Seewisch war neben viel Geld auch Schmuck verschwunden. Wie die drei polizeibekannten Männer ins Visier gerieten – ob Fingerabdrücke oder DNA gefunden oder Telefone überwacht wurden, wollten die Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen ebenfalls nicht mitteilen.

Sicher ist jedoch: Die Festnahme wurde akribisch und in enger Abstimmung zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft vorbereitet. Dabei spielte das neue Sachgebiet 5, das erst im April für besonders komplexe Verfahren in Neumünster ins Leben gerufen worden war, eine maßgebliche Rolle.

Bei der spektakulären Festnahme am 2. November hatten die Verantwortlichen keine einfache Aufgabe. Zum einen durften die Hausbewohner nicht gefährdet werden. Was genau auf ihrem Grundstück vonstatten gehen würde, wussten die Senioren nicht. Allerdings waren sie vorgewarnt, dass es einen Polizeieinsatz geben würde. Damit wollten die Einsatzkräfte verhindern, dass sich die Rentner zu sehr erschrecken. Zum anderen „musste der Einbruch unmittelbar beginnen, denn es ist keine Straftat, in einem Garten rumzulaufen“, so die Ermittler. Es war also wichtig, sie auf frischer Tat zu ertappen. Für die rechtliche Bewertung war deshalb ein Staatsanwalt vor Ort.

Letztlich musste alles sehr schnell gehen: Der Polizeiführer musste im richtigen Moment den Start für den Zugriff geben. „Die Täter durften keinesfalls ins Haus gelangen und zum Beispiel Geiseln nehmen“, hieß es. Genau deshalb waren besonders trainierte Kräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus Eutin vor Ort. „Bei Gefahr für Anwohner oder Einsatzkräfte wäre alles sofort abgebrochen worden“, erklärte Birgit Heß. Doch alles ging gut.

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erstellt am 09.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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