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Holsteinischer Courier

25. März 2017 | 22:58 Uhr

Rundgang durch das Vicelinviertel : Senioren suchen Stolperfallen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bein einem Rundgang mit Experten der Stadt entdeckten ältere Anwohner Hindernisse und Gefahrenpunkte auf den Straßen im Vicelinviertel.

Neumünster | Eine Gruppe aus Experten der Stadt, eine Studentin des Fachs Stadt- und Regionalplanung aus Cottbus, eine Vertreterin der BIG-Städtebau sowie einige Senioren machten sich jetzt auf den Weg, um Stolperfallen und gefährliche Ecken im Vicelinviertel aufzuspüren. Wo wird es für Rolllatoren und Rollstühle zu eng? Wo sind besonders unübersichtliche Ecken? Wo sind die Bordsteine zu hoch?

Eingeladen zu der Aktion hatte Alexander Kühn vom Quartiermanagement im Vicelinviertel. Als Ansprechpartner waren Sabine Schilf vom Fachdienst Stadtplanung, Bereich Stadterneuerung, Michael Köwer von der Verkehrsplanung der Stadt sowie Carolin Stille, Studentin des Fachs Stadt- und Regionalplanung aus Cottbus vor Ort, die während ihres Praktikums beim Fachdienst Stadtplanung eine Bestandsaufnahme zur Barrierefreiheit macht. Außerdem war Madlen Sager, Auszubildende der BIG-Städtebau vor Ort, die als treuhänderischer Sanierungsträger für die Stadt fungiert. Doch die wahren Experten waren an diesem Nachmittag die Senioren, die vom Quartiermanagement eingeladen waren.

Mit dabei war auch Monika Peters (69). „Für solche Themen sollte man sich interessieren. Ich habe lange an der Kieler Straße gewohnt. Jetzt lebe ich in Brachenfeld, gehe aber oft zu Veranstaltungen ins Vicelinviertel und bin deshalb auch betroffen. Immer nur schimpfen hilft doch nichts“, erklärte sie.

Gemeinsam machte sich die Gruppe nach einer kurzen Vorbesprechung im Stadtteil-Café im Bildungszentrum an der Kieler Straße auf. Nach wenigen Schritten entdeckten die Teilnehmer des Rundgangs bereits die erste Hürde: An der Ecke Vicelinstraße, Bismarckstraße musste eine ältere Dame ihren Rolllator mit beiden Händen anheben, um ihn über den hohen Bordstein auf den Gehweg zu wuchten. Diese fehlenden Absenkungen stellten sich im gesamten Viertel schnell als Problem dar. Fast an jeder Ecke – egal ob an der Lornsenstraße, Ecke Christianstraße oder an der benachbarten Juliusstraße – waren die Kanten zu hoch. Nur an der Anscharstraße, Ecke Chrisianstraße waren die Senioren zufrieden.

Aber es gab auch andere Hürden: So wachsen an einer Seite der Juliusstraße dicke Bäume in den Gehweg hinein. „80 Zentimeter sind zu wenig für einen Rollstuhl“, waren sich alle einig. Zum Glück ist der Weg auf der anderen Seite breit genug. Während die Bäume ihre Daseinsberechtigung haben, ärgerten sich die Teilnehmer über einige Händler, die den Gehweg vor ihren Läden mit Waren zustapeln. „Mit denen sollte man mal reden“, schlug Carolin Stille vor.

Nach dem Rundgang wurden die entdeckten Mängel im Stadtteil-Café bei Kaffee und Kuchen noch einmal besprochen. Die Stadt wird sich jetzt mit den Ergebnissen befassen.

Ein ähnlicher Rundgang war bereits vor einigen Tagen mit Kindern im Viertel gemacht worden. Dabei ging es in erster Linie um den sicheren Schulweg. Hier wurde deutlich: Die größten Gefahren sind die Christian- und die Kieler Straße, die viele Kinder queren müssen. 

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erstellt am 17.Mär.2017 | 11:00 Uhr

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