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Holsteinischer Courier

28. November 2014 | 07:49 Uhr

Hund Hannibal erstochen : "Selber schuld, wenn der frei herumläuft"

vom

Eva Müller (72) ist fassungslos, nachdem ein Mann vor ihren Augen den Familienhund Hannibal erstochen hat. Das Tier verendete auf dem Weg in die Klinik. Der Mann wollte offenbar den Leinenzwang durchsetzen.

Neumünster | In Einfeld kannten viele Menschen den grau-blauen Hund Hannibal. Der Weimaraner-Rüde (3) war imposant, aber sehr verspielt und freundlich zu Mensch und Tier. Jetzt ist er tot. Ein anderer Hundehalter hat ihn am helllichten Tag am Ufer des Einfelder Sees erstochen.
Eva Müller (72) wird diesen Tag nie vergessen. Sie hatte Ende vergangener Woche zwei Tage bei ihrem Sohn Kai an der Uferstraße eingehütet, weil ihr Sohn und seine Lebensgefährtin dienstlich auf Reisen waren. "Am Freitag bin ich gegen 15 Uhr mit Hannibal nach draußen gegangen, um mit ihm am See zu spielen", erzählt sie. Gerade war sie auf der anderen Straßenseite angekommen, als sich ein Mann mit einem kleinen Hund näherte. Der war angeleint, Hannibal nicht. Der Weimaraner ging mit seinem Tennisball in der Schnauze auf den Mann zu, als dieser plötzlich von weitem schrie: "Leinen Sie gefälligst Ihren Hund an!"

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"Selber schuld, wenn der frei herumläuft"

Bevor Eva Müller Hannibal zurückrufen konnte, war der schon bei dem anderen Hund angekommen. "Plötzlich schlägt der Mann nach Hannibal. Ich dachte, es war ein Schlag, aber dann sehe ich, wie der ein großes Messer aus dem Hund herauszieht. Und das Blut lief, Hannibal jaulte", erzählte Eva Müller. Sie rief: "Was machen Sie denn da?" Der Mann antwortete nur etwas wie: "Selber schuld, wenn der frei herumläuft", dann drehte er sich um und ging wortlos in Richtung Einfeld.
Hannibal und die völlig aufgelöste Eva Müller schafften es gerade noch die 50 Meter bis zur Haustür, dort brach der Hund zusammen. Ein Nachbar fuhr mit Hannibal zur Tierärztin Heimke Siemen-Thiesfeld. Die erkannte die schlimmen Verletzungen und schickte den Nachbarn zu einer Spezialklinik nach Hamburg. Auf dem Weg dahin verendete der Hund.

"So ein liebenswerter Hund"

Eva Müller rief die Polizei, die am selben Tag einen 51-jährigen Mann ermittelte. Er sprach gegenüber den Beamten lediglich von einem Streit mit Eva Müller, bestritt aber den Messerstich.
Die Tierärztin Heimke Siemen-Thiesfeld ist sich aber ganz sicher. "Das war eindeutig eine Stichverletzung durch ein langschaftiges Messer, 15 bis 20 Zentimeter lang. Der Hund war im Bereich der Brust schwer verletzt. Eine Vene und die Lunge waren getroffen", sagte sie am Montag zum Holsteinischen Courier. Sie kannte Hannibal gut: "Das war so ein liebenswerter Hund."

Ein Familienmitglied verloren

Die Einfelder Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet. Sie sucht Zeugen, besonders das Ehepaar, das Eva Müller direkt nach der Tat seine Hilfe anbot (Tel. 04321-52703).
Eva Müller ist immer noch schockiert und macht sich Vorwürfe. "Ja, ich hätte ihn anleinen müssen. Aber er gehorcht doch aufs Wort. Alle Hunde laufen dort ohne Leine. Man kann doch nicht einfach zustechen!", sagt sie.
Die Müllers haben ein Familienmitglied verloren und verstehen die Welt nicht mehr. "Es kann doch nicht sein, dass jemand am See mit einem riesigen Messer herumläuft und kaltblütig einen Hund ersticht", sagt Kai Müller.

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von
erstellt am 18.Dez.2012 | 08:30 Uhr

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